Barely Autumn - Day Trip To The Petting Zoo

Moderat erzürnte Bescheidenheit

Barely Autumn: „Day Trip To The Petting Zoo“ (Barely Autumn/Lab Music)

Zwischen achselzuckender Cleverness und heimtückischer Unschuld changiert die Band aus Brüssel auf ihrem Longplay-Zweitwerk. Und macht so aus einem an sich harmlosen Day Trip To The Petting Zoo (Barely Autumn/Lab Music) ein Unterfangen, zu dem man seine Kinder vor Ablauf ihrer Prä-Pubertät dann doch nicht bedenkenlos mitnehmen will.

Es handele sich um eine Platte „über Einsamkeit und Frustration“. Derer hätte es prinzipiell nicht bedurft. Doch die Art und Weise, wie sich das Quartett diesem selbstauferlegten Thema annähert, lässt kaum Zweifel an der gegebenen Notwendigkeit zu.

Wer nun ein in Selbstmitleid badendes Album erwartet, sieht sich jedoch getäuscht. Barely Autumn schlagen auserwählt moderate Töne an, die ihren Missmut auf Nebenschauplätzen abhandeln. Bestes Beispiel, an zweiter Stelle: Crucified. Ein Song, der sanft, ja beinahe lieblich daherkommt. Nur um dann einen Schlag nach dem anderen zu versetzen. Und im Nachgang so tut, als könne er für all das nichts. Der fiese Synthie von Tinder ist aber schon wieder ganz anders gewickelt und entsprechend aufgestellt.

Barely Autumn suchen keinen Markt, das sollte mit dieser Veröffentlichung wohl klar sein. Zu bescheiden, zu distanziert von sich selbst, um einfachste Lösungen zu bedienen. Dann doch lieber fesseln und fesseln lassen – mit Day Trip To The Petting Zoo sollte dies im Handumdrehen gelingen. Auch ohne Bondage-Kenntnisse. Wer sich eine äußerst disziplinierte Mischung aus den Nits und den Flaming Lips wohlwollend imaginieren kann, sollte hier bedenkenlos zugreifen.

Abortion Coffee:
youtube.com/watch?v=r4XSwluzBeE

12.02. Hamburg (Pooca)
13.02. Berlin (Marie Antoinette)
15.02. Werder (Duval)
18.02. Stuttgart (Galao)
21.02. Ulm (Hudson)

facebook.com/BarelyAutumn

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