Caspian - On Circles

Ungestillt gesättigt

Caspian: „On Circles“ (Triple Crown Records)

Die doofe Nachricht vorweg: Caspian touren zunächst einmal nur in ihrer familiär-national zugewiesenen Heimat. Doch die gute folgt auf dem von Hornhaut längst befreitem Fuße: Das neue Album On Circles (Triple Crown Records) bezeugt, dass die Postrock-Band aus Massachusetts nicht gewillt ist, sich auf welkendem Lorbeer auszuruhen. Und lieber den hölzernen Rahmen ihrer Möglichkeiten mit erneuerndem Lochfraß aufweicht, dessen Hunger offenbar ungestillt bleibt.

Dass es sich bei Caspian eben nicht um eine Formation handelt, die „schließlich mit einem neuen Album auftaucht, das ihnen selbst kristallklare Perspektiven und einen selbstbewussten Weg nach vorne verleiht“ (so Gitarrist/Keyboarder Phillip Jamieson, sinngemäß zitiert), ebnet auf On Circles selbst feinsten Verstrickungen den unterwegs leicht schlammig gewordenen Weg zu Hinwendungen, die das ein oder andere Embargo nicht verulken. Im Ergebnis wärmt der Schal.

Sicher sind sowohl die eigenen als auch die dem Genre geschuldeten Trademarks und Signaturen nicht abhanden gekommen. Doch es gelingt, die damit einhergehende Hybris in griffige Nonchalance zu überführen. Kein Schlenker wirkt aufgesetzt, keine Rührung performativ. Ihr jazziges Fundament brauchen Caspian dabei noch nicht einmal zu verleugnen. Und doch regt sich der Wunsch, dass sie ihre bedachte Brachialität derweil nicht einbüßen. Demnächst. Live. Hier – und dort (wo es wehtut) – und überall.

Flowers Of Light (Live at the Cabot):
youtube.com/watch?v=jOOukl63JhU

facebook.com/CaspianTheBand

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