Electric Sewer Age - Contemplating Nothingness

Sanfter Zynismus – für Fortgeschrittene

Electric Sewer Age: „Contemplating Nothingness“ (Hallow Groud)

Auch wenn es bis zum offiziellen  Veröffentlichungstermin (28. Februar) noch eine gewisse Weile hin ist, gebietet die Dringlichkeit des bereits Vorhandenen einen – kaum populär verwertbaren – Vorlauf. Schwingt doch der Geist namens Coil auf diesem Langspieler – Contemplating Nothingness (Hallow Groud) – so dermaßen virulent mit, dass Schweigen zwangsläufig in die Insomnie zu führen hat. Aus lauter Furcht, nie wieder zu erwachen. Und somit dieses Album nie wieder hören zu können. Doch – wer weiß?!

Tatsächlich geht Electric Sewer Age ursprünglich auf Peter „Sleazy“ Christopherson (Coil) zurück, doch Danny Hyde weiß auch in völliger Eigenverantwortung traumhaft matt zu glänzen. In jenem Lichte, dass uns die Meister des zweifelhaften (Alb-)Traumfängertums – Coil – einst zu genießen lehrten.

„Industrial, jazz-inflected quasi-rap, autotune balladry, ethno ambient, synth pop, psychedelic minimalism“ – soweit die im Rahmen der Pressemitteilung ergehenden Versuche, das ESA zu erfassen. Wenn diese Paraphrasierungen nicht zuträfen, würde man sie auch nicht erwähnen wollen. Wobei sich sämtliche Modalverben an dieser Stelle anböten. Egal.

Ergänzend könnte man auch einen ausgezeichnet sinistren, arabesk formulierten Trip-Hop unterstellen (Chebo, Surrender To The Crags), – so dem das soeben erwähnte „Man“ nicht schon längst in einer Drift zerflossen wäre, die Contemplating Nothingness zu einem Mindfuck erster Güte macht. Da hilft die Sehnsucht nach „Woman“ auch nicht weiter. Da muss man durch – Coil haben das doch auch geschafft. Und träumen uns Hörern sanft entgegen.

facebook.com/ElectricSewerAge

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