Aidan Baker & Gareth Davis - Invisible Cities II

In voller Absicht

Aidan Baker & Gareth Davis: “ Invisible Cities II“ (Karlrecords)

Tonus, Taktik, Teufelswerk: Wer (nicht nur) von dem neuen Werk von Bohren Und Der Club Of Gore (Patchouli Blue) kaum genug kriegen kann, wende sich vertraulich an Aidan Baker (Nadja) und Bassklarinettist Gareth Davis. Die mit ihrer erneuten Kollaboration – Invisible Cities II (Karlrecords) – genau dort Mores lehren, wo niemand mehr so genau hinschaut. Sich lieber abwendet. Und sich einem Flecken auf einer beliebigen Wand zuwendet. Für den Rest seines Lebens.

Gewiss: Anders als die Herren aus der Nachbarschaft von Helge (Schneider) haben Baker und Davis kein Problem damit, ordentlich feist aufzutragen. Die Invisible Cities II blasen einen förmlich um. Doch warum? Vielleicht und vermutlich aus einem naheliegenden Grunde, den zu ergründen dem Hörer selbst überlassen bleiben muss.

Doch: Wer muss, der kann. Und so erschließt sich dann doch recht schnell die hier vorliegende Verquickung von Postrock-Jazz-Electronica. Die am Nimbus sämtlicher Bands nagt, die sich als ausgesprochen düster generieren. Wiewohl das Prädikat des „Düsteren“ kaum ausreicht, um die Klangfülle zu beschreiben, mit der hier verfahren wird.

Denn: Egal in welch abseitige Ecken das Duo auch verführen mag – am Ende frohlockt zumindest die Chance auf eine zwischenzeitlich wirksame Erlösung. Der angebotenen Hypnose sollte man sich auch mal im Wachzustand hingeben. Dann entfaltet sich ein Werk, das durchaus dazu in der Lage ist, Existenz nicht allein als Dasein zu begreifen. Sondern als eine Form von Verpflichtung – gegenüber einer Lustbarkeit, die zwanglos und gewaltfrei Form annimmt. Nicht weniger, nicht mehr kann den „unsichtbaren Städten“ als Absicht unterstellt werden.

facebook.com/AidanBakerMusic

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