Ben Watt - Storm Damage

Die Krönungsmesse

Ben Watt: „Storm Damage“ (Caroline International/Universal)

Nach Hendra (2014) und Fever Dream (2016) folgt nun – mit einer nur geringfügigen Verspätung – Storm Damage (Caroline International/Universal). Und somit der krönende Abschluss des von Ben Watt – 31 Jahre nach seinem Debütalbum sowie der Zeit mit Everything But The Girl – ins Leben gerufenen Triptychs. Krönend, weil er hier mit dem Meisterbrief der Songwriter-Gilde in petto eine Melange aus Piano, Kontrabass, (akustischen) Gitarren, synthetischen Sounds und Sprachsamples anrührt, die unweigerlich berührt. Die nachhallt – und bleiben wird.

Dass die grob als „nachdenklich“ zu klassifizierenden Lyrics dem musikalischen Pfund von Storm Damage gerecht werden – muss das noch hervorgehoben werden? Dann schon eher die Art und Weise, wie sie ihr Schöpfer intoniert. Um im royalen Bild zu bleiben: Ben Watt’s Gesang thront über den sich in höchst akzentuierter Weise entfaltenden Köstlichkeiten seines Regiments.

Mit Knive In The River und dem sich anschließenden Irene (mit Alan Sparhawk von Low als Zweitstimme an der Gitarre) hat Ben Watt zur Album-Mitte gleich zwei Brocken platziert, die bedächtig ans Eingemachte rühren. Sich aber trotz ihrer Schwere hervorragend einfügen, zumal Storm Damage generell keine Anstalten macht, den emotional gegebenen Rahmen aufzubrechen. Wie es Ben Watt dennoch gelingt, sich nicht in trübseligen Arrangements zu verflüchtigen, sondern – diese präzise orchestrierend – hochgradig präsent bleibt, gebietet an Ehrfurcht grenzende Anerkennung.

Sunlight Follows The Night:
youtube.com/watch?v=mpShZT3LzDk

Figures In The Landscape:
youtube.com/watch?v=YtH8oVfL3bI

facebook.com/benwattmusic

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