Ricardo Llorca / Jacques Ibert / Alan Theisen & Kollegen

Frisch gedruckt: Aus internationalen Musikverlagen

Einer der profiliertesten lebenden spanischen Musikdramen- und Instrumentalkomponisten der letzten Jahrzehnte ist der ehemalige Guggenheim Fellow Ricardo Llorca aus dem spanischen Alicante. Mitte Februar 2020 erschien seine 2017 in São Paulo erstmals aufgeführte Oper Tres Sombreros de Copa als Gesamtpartitur in Taschenbuchformat. Sie basiert auf einem Theaterstück des Komödien- und Satirendichters Miguel Mihura (1905 – 1977), das zu seiner Entstehungszeit 1932 die um einiges später einsetzende Entwicklung des absurden Theaters bereits initiierte.

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Die Oper Tres Sombreros de Copa des aus Spanien gebürtigen Dirigenten Ricardo Llorca (geb. 1962) liegt nun als Partitur vor (ISBN 13: 979-861391145-5; 2020).

Der Plot des Stücks selbst war für damalige Verhältnisse ebenso alles andere als konventionell: Ein Mann erlebt während der Nacht vor seiner Hochzeit ein kurzes Liebesabenteuer in der so ganz von der bürgerlichen Welt verschiedenen Sphäre der Künstler. Die Partitur der Oper sieht neben der gewöhnlichen orchestralen Besetzung vielerlei Schlagwerk vor, ganz im Sinne einer sonnendurchglühten südländischen Musiksphäre, wie man sie von Sevilla oder gar von Städten Südamerikas kennen mag.

Jacques Iberts ‚Symphonie marine‘ (1931) ist keineswegs eine Symphonie (ASIN: B0851LJYDF, ET: 2.3.2020).

Bei Jacques Iberts Symphonie marine handelt es sich eigentlich um eine symphonische Dichtung, die als Filmmusik zu einer Dokumentation über die französische Marine im Jahr 1931 unter dem Titel SOS Foch vorgesehen war; allerdings wurde sie mit großem Abstand zum Film, nämlich erstmals im Oktober 1963 mit dem Orchestre des Concerts Lamoureux unter Charles Münch aufgeführt. Der Verlag NextPublishing Authors Press legt in diesen Tagen nun die mit 91 Seiten relativ schmale Partitur des Werks vor.

Querbeet aus Jazz und neuester US-Kunstmusik: Band 1 berückender Stücke für Altsaxophon und Klavier, herausgegeben von Alan Theisen (New Music Shelf Inc., ISBN 13: 978-194961406-0, ET: 1.2.2020)

Für Altsaxophon mit Klavierbegleitung verantwortete der amerikanische Saxophonist, in Jazz wie Klassik ebenso bewanderte, versierte und rührige Komponist Alan Theisen den ersten Band einer Sammlung modernster von Dennis Tobenski herausgegebener Stücke, zum wenigsten von sich selbst, vor allem aber Neues von bekannten Zeitgenossen: Sie enthält eyelid von Cassie Wieland (2018), Clare Shores Juniper Run aus ihren River Songs von 2016 in einer 2019 überarbeiteten Version, Chia Yu-Hsus The Chase (2013) aus dem Album Chasing Shadows und neben etlichem anderen Alan Theisens Stück I. Attack aus seiner Sonate für Saxophon Nr. 2. Alan Theisen lehrt derzeit an der Mars Hill University im südöstlichen US-Bundesstaat North Carolina.

Alan Theisen: aus Passing tones (2016)

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.