Rebecca Foon - Waxing Moon

Mut zur Schwermut

Rebecca Foon: „Waxing Moon“ (Constellation/Indigo)

Als Cellistin von Thee Silver Mt. Zion und Esmerine sowie als die treibende Kraft hinter Saltland einschlägig bekannt geworden, veröffentlicht die Kanadierin Rebecca Foon mit Waxing Moon (Constellation/Cargo) nun das erste Album unter eigenen Namen. Es ist ein beeindruckend lethargisch-düsteres, in sich ruhendes Album geworden, auf dem sie eigenhändig das Piano dem Cello vielfach vorzieht. Und mit Violinistin Sophie Trudeau (Godspeed! You Black Emperor) Patrick Watson (im Gesangsduett) oder Richard Reed Parry (Arcade Fire) am Bass illustre Gäste aufweist.

Bis zu dem – mit einem verhaltenen (und dennoch geradezu erfrischenden) Uptempo – versehenen Wide Open Eyes gegen Album-Mitte nähert sich Rebecca Foon über vier Tracks immer wieder der unwiderstehlichen Intensität eines Beinahe-Stillstands an. Um ihm anschließend wieder zu verfallen. Der Titeltrack sowie das anschließende Dreams To Be Born lassen die Klänge – endlich – wieder genüsslich verhallen.

Waxing Moon – ein Nachtalbum aus Sorge, Schwermut und Schönheit. Der Eskapismus, den der Titel New World (zu Beginn und als Reprise zu guter Letzt) beschwört, bricht sich jedoch an der Konfrontation – mit dem Bedauern einer bekennenden Klima-Aktivistin. Wenngleich ihr Aufbegehren zunächst einmal in Ruhe bilanziert. Und zutiefst melancholischen Wohlklang in die Waagschale des Weltgeschehens wirft. Dass Rebecca Foon als Cellistin bereits H. M. Górecki interpretiert hat (Colin Stetson Ensemble), verwundert nicht im Geringsten.

Vessels (feat. Patrick Wilson):
youtube.com/watch?v=4p6MKtr2c_0

Ocean Song:
youtube.com/watch?v=QpuqEwUSZGg

facebook.com/rebeccafoon

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