AKB - Marianergraven

Drastisch ruhig

AKB: „Marianergraven“ (Lamour Records)

Die schwedische Klangkünstlerin Anna-Karin Berglund begibt sich, wie sollte es bei dem gewählten Titel auch anders sein, mit ihrem Album in die Tiefe. Marianergraven (Lamour Records) schöpft also aus nahezu sämtlichen Assoziationen, welche speziell die Tiefsee in ihren weitgehend noch unerforschten Habitaten birgt. Dass es ihr dennoch gelingt, sich von der üblichen Untermalung entsprechender Tauchgang-Filmdokumentationen abzusetzen, ist offensichtlich der wesentliche Vorzug ihres vorzüglich strukturierten Ambient.

Es ist wie im ollen Kosmos: Auch in Tiefseerinnen herrscht Stille. Vermutlich. Es sei denn, der Mensch schaut mal vorbei. Oder?! Es wäre durchaus interessant, in Erfahrung zu bringen, ob und welche Geräusche der Bathyscaph namens Trieste verursachte, als er 1960 zum tiefsten Punkt der Erdoberfläche (Witjastief 1) nur noch einen Sicherheitsabstand hielt. Und was die Beschallung in der Druckkörperkugel betrifft: Nun, damals war Ambient-Musik noch nicht erfunden.

Doch genug der altklugen Mokanz: Wer sich zum Beispiel gerne an die „tiefsten“ Passagen des Scores zu Le Grand Bleu (Éric Serra) erinnert (die ohne Walgesänge), wird sich im Marianergraven sofort heimisch fühlen. Das klangliche Panorama verdrängt das Klischee. Und dennoch sei darauf hingewiesen, dass sich dieses Album auch hervorragend dazu eignet, um vom vorgegebenen Thema abzuweichen, zu dissoziieren. Betulich anregend, drastisch ruhig. Ins Unvoreingenommene lockend. Gleitend. Sinkend. Frei flottierend.

Marianergraven (Trailer #2):
youtube.com/watch?v=-LNo18PIOwQ

lamour.se/akb

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