Sign Libra - Sea To Sea

Ungewöhnlich gewohnt

Sign Libra: „Sea To Sea“ (RVNG Intl.)

Das Konzept, dem die aus Riga stammende Künstlerin Agata Melnikova als Sign Libra ihr Zweitalbum Sea To Sea (RVNG Intl.) widmet, mutet gegenüber seiner musikalischen Umsetzung recht exaltiert an. Es geht, grob gesagt, um jene Vulkankrater auf dem Mond, die von Astronomen einst für Meere gehalten wurden. Und generell um die Einflüsse, die unser Trabant auf irdische Meere und Bewohner ausübt. Die rein musikalische Tonalität erscheint hingegen heiter verspielt, und trotz der Akkuratesse seiner Erzeugung ungebunden, locker und frei.

In diesen überwiegenden Eindruck zahlt der auch der stimmliche Einsatz ein. Agata Melnikovas Stimme klingt bei ihrer Intonation zumeist nonverbaler Lyrics unschuldig, um nicht zu sagen im positiven Sinne mädchenhaft. Das sich hin und wieder deutlich mit fernöstlich (japanisch) assoziierten Klangfarben (Yellow Magic Orchestra) schmückende Setting, es passt.

Doch es steckt auch eine gehörige Portion HighEnd-Pop in Sea To Sea – von Mike Oldfield bis Kate Bush. Das synthetisch Artifizielle überträgt Agata Melnikova scheinbar mühelos in eine Klangsprache, die durchaus dazu in der Lage ist, Vertrauen zu schüren. Bedient sie doch unterschwellig auch altbekannte Hörgewohnheiten. So auch die Geschichte der elektronischen Unterhaltungsmusik, die sie unbeschwert streift, ohne direkt zu zitieren. Unbedingt eine Entdeckung wert. Unabhängig von den Mondphasen, von Ebbe und Flut.

Sea Of Islands:
youtube.com/watch?v=E60nHJNEn00

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