T.U. - Rite

Kalkül aus Freizügigkeit

T.U.: „Rite“ (False Industries)

Anhand von Rite (False Industries) legt der Norditaliener T.U. (Luca Favaro) sein erstes vollwertiges Album vor. Zuvor hat sich der klassisch-akademisch ausgebildete Musiker u.a. mit Arbeiten fürs (Tanz-)Theater, als Sound-Designer sowie als Programmierer (Max/MSP) einen Namen gemacht. Offenbar genießt er nun das vollkommen freie und befreite Aufspielen. Und lässt mit abstrakten Finessen und irisierenden Atmosphären freundlicherweise daran teilhaben.

Dabei scheinen sich seine Klangkonstrukte, mal dissonant, mal kalmierend ambient, zumeist wie aus der Ferne schwebend ihren Weg ins (Unter-)Bewusstsein zu bahnen. Vieles bleibt im Ungewissen, so auch die vermutlich breit gestreuten Quellen, derer sich T.U. bedient. Dass er sehr genau weiß, was er da treibt, ist indes jedem auch noch so scheinbar willkürlich gestreutem Sound anzumerken.

Somit balanciert T.U. mit Rite (wie so viele seiner Kollegen und Kolleginnen) gekonnt auf dem Grenzverlauf zwischen kalkuliertem Effekt und duldsamer Freizügigkeit. Auf Seiten der Rezipienten empfiehlt sich, der Einfühlung den Vorrang gegenüber der Analyse einzuräumen. Denn das vermeintlich Spröde an diesem Album erweist sich als letztlich als bloße Tarnung.

For A Ritual:
youtube.com/watch?v=iVASVYpPE-w

falseindustries.bandcamp.com/album/rite

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