Chandeen - Mercury Retrograde

Purer Luxus

Chandeen: „Mercury Retrograde“ (Kalinkaland/Broken Silence)

Rund sechs Jahre nach Forever And Ever ist jüngst mit Mercury Retrograde (Kalinkaland/Broken Silence) das zehnte Album der Formation um Mastermind Harald Löwy erschienen. Angesichts eines inzwischen annähernd dreißig Jahre währenden Werdegangs Chandeen nun ein besonders „erwachsen klingendes“ Album attestieren zu wollen, mag dem vorangegangene Œuvre Unrecht tun. Und doch schillert dieses Werk mit einer erlesenen Abgeklärtheit, wie sie zuvor nur in Ansätzen zu Tage trat.

Die Produktion, Mix und Mastering (Harald Löwy in Austin TX mit Rob Murray) setzen im Hause Chandeen neue Maßstäbe. Mercury Retrograde klingt bis ins kleinste Detail veredelt, hochwertig und dabei äußerst durchdacht. Was darüber hinaus besonders beeindruckt ist die Manier, wie es Chandeen glückt, über die technische Versiertheit sowie die zum Teil recht komplexen Songstrukturen hinaus jenen traumwandlerischen Schwebezustand zu destillieren, mit dem das Band-Projekt seit seinen noch stark vom Ethereal Wave geprägten Anfängen assoziiert wird.

Tatsächlich mutet Mercury Retrograde in seiner Gänze entrückt und auf Anhieb kaum fassbar an – trotz gelegentlicher Einschübe einer eher geerdet anmutenden Klangästhetik, die sich insbesondere in den Saxophon-Parts (Joseph Geyer) manifestiert. Was auch den gesanglichen Aspekt betrifft, der sich diesmal – neben der bewährten Stimme Julia Beyers – mit Holly Henderson, Kitty aus Frankreich, Jennifer Pague und der erst sechzehnjährigen Odile eine besonders große Vielfalt gönnt. Dreampop de luxe!

Ocean Mind (feat. Odile):
youtube.com/watch?v=5nDv-4oqk70

You’re In A Trance (feat. Kitty):
youtube.com/watch?v=nqkVtM5na5M

Vanish:
youtube.com/watch?v=GWo6J7-lgpk

facebook.com/chandeenmusic

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