Wave Gotik Treffen XXIX - Blickpunkte (2)

Interview mit Astharat Proditor (Devil-M)

(wave-gotik-treffen.de)

Da noch nicht absehbar ist, ob die Konsequenzen der Pandemie auch das WGT über Pfingsten zu Leipzig zur Aufgabe zwingen wird, setzen wir unsere Vorberichterstattung mit einem Beitrag fort, der bereits in der März-Ausgabe des Sonic Seducer Magazins erschienen ist. Dort hält Astahrat Proditor noch die Info zurück, dass er mit Devil-M das diesjährige Treffen zu bereichern beabsichtigt. Die weiteren bereits anberaumten Interviews im Rahmen der von amusio.com geplanten Reihe „Blickpunkte“ werden jedoch erst ab jenem Zeitpunkt erfolgen, an dem feststeht wird, dass die Weltzusammenkunft der schwarzen Szene auch tatsächlich stattfinden wird. Wollen wir das Beste hoffen. Bleibt gesund!

Gestern noch als Live-Keyboarder bei Centhron, heute schon zurück in der Heimatstadt Bremen. Und dort an einem frühen Sonntagabend bereit zu einem ausführlichen Gespräch. Auch wenn eine Etage weiter oben das Töchterchen nur darauf wartet, mit Papa eine Kissenschlacht auszufechten: Astharat Proditor. Und damit hier niemand durcheinander gerät: Auch das neue Album von Devil-M hört auf den Namen Astharat. Und dies aus gutem Grund, wie der Mastermind gleich zu Beginn erläutert. Wenngleich dieses wohlklingend mystisch anmutende Wort zunächst einmal nichts bedeutet.

Devil-M (devil-m.de)

Diesen Begriff habe ich selbst erfunden. Und ihn mir als Pseudonym angeeignet. Wer „Astharat“ in die Suchmaschinen eingibt, findet nur mich“, erfreut sich der Namensträger ob seiner klugen Wahl. Auf die Frage, warum sein Name nun auch zum Titel des neuen Albums erkoren wurde, holt er weiter aus. „Inhaltlich knüpft ‚Astharat‘ bei unserem vorletzten Album ‚Revenge Of The Antichrist‘ an. Es handelte von einem hochgradig und akut an Schizophrenie erkrankten Charakter, der vergeblich versucht, sämtliche seiner Persönlichkeiten umzubringen. Ohne zu wissen, welche Person er gerade ist. Nun greifen wir sein Schicksal auf, um uns näher mit den Paradoxien auseinanderzusetzen, die mit seiner Psychose einhergehen. So etwa mit dem Umstand, dass er ja gar nicht darüber bewusst sein kann, schizophren zu sein.“ Der an sich bezugslose Name ‚Astharat‘ passe demnach sehr gut.

Dabei spiele sich alles im Kopf des Protagonisten ab. „Er spürt nur, dass mit ihm etwas gehörig nicht stimmt. Er versucht, Worte für das ihm Unerklärliche zu finden“, so Astharat Proditor. In gewisser Weise könne man die Musik nicht nur als eine Art Soundtrack zu dieser wahnsinnigen Gedankenwelt erachten. Sondern auch als ins akustische übertragene Erklärungsmuster, die zu erkennen dem Protagonisten nicht vergönnt ist. „Dabei haben wir diesmal auch bewusst darauf verzichtet, unserem Charakter – etwa auf dem Cover – ein Gesicht zu verleihen.“ Weil er zu viele Gesichter besitzt, als dass man sie angemessen bündeln könnte. Darüber hinaus sei an dieser Stelle versichert, dass Astharat Proditor keineswegs den Eindruck erweckt, selbst nicht zu wissen, woran er bei sich ist. Aber, wer weiß das schon?

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