Neuseelands Maori-Stimme: Gillian Whitehead

Te Ahua, Te Atarangi: Bild vom Morgenhimmel

Die Komponistin Gillian Whitehead hatte lange eine Ausnahmestellung inne. Mit einer Maori-Familie im Hintergrund und unter wenigen weiblichen Fachkollegen war es um 1971 eine kleine Sensation, dass sie für ihr Streichquartett Te Ahua, Te Atarangi (1970) den 1. Preis beim neuseeländischen Kammermusikwettbewerb erhielt. Gerade auf diesem Gebiet ließ sie zahlreiche weitere Werke folgen: One (1979) besetzte sie für zwei Flöten, Oboe, B-Klarinette, Fagott, Trompete und Streichquartett, mit den Schlagzeugstücken Windstreams und Solo (1985) scherte sie aus der Reihe der konventionellen Orchesterinstrumente aus und der Solo-Harfe galt ihre Toccata aus dem Jahr 1991.

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Der Morgenhimmel Neuseelands, hier aufgenommen mit Regenbogen um 11.32 Uhr, inspirierte Gillian Whitehead zu ihrem ersten Streichquartett The Ahua, Te Atarangi (Mt Cook Village, Keng Susumpow, 3.4.2016, CC-Liz.).

Nach Studien bei Peter Sculthorpe in Sydney hatte die Tochter einer Pianistin und eines Musiklehrers in einem Fernstudienkurs bei Peter Maxwell Davies teilgenommen, bei dem sie in London selbst ab 1967ihre Studien fortsetzte und bereits intensiv komponierte. Dank eines Stipendiums des New Zealand Arts Council konnte sie anschließend in Portugal und Italien weiterarbeiten. Whiteheads erste Oper Tristan and Iseult erlebte 1978 ihre Uraufführung in London. Die britische Karriere setzte sich fort mit einer Stelle als Composer-in-Residence an der Universität Newcastle.

Die neuseeländische Komponistin Gillian Whitehead (geb. 1941) hat Maori-Vorfahren und wirkte lange in London (soundz).

In Australien erfuhr diese ihre Fortsetzung durch ein Engagement als Professorin  und Leiterin der Abteilung Komposition am Konservatorium von Sydney, wo sie von 1981 bis 1996 unterrichtete. Für ihre Oper Outrageous Fortune, veröffentlicht 1998, erhielt sie den SOUNZ Contemporary Award.

Kammermusikwerke von Gillian Whitehead, allesamt Maori-betitelt, enthält diese CD vom Label Atoll aus dem Jahr 2007 (New Zealand Strin Quartet, ASIN: B07JP3FNJP).

Für die Auckland Philharmony komponierte Gillian Whitehead ihr bis dahin bedeutendstes Orchesterwerk The Improbable Ordered Dance, das ebenfalls ausgezeichnet wurde. Die Reihe der Prämierungen riss nicht ab: Sie ist Preisträgerin des Queen Elizabeth II Arts Council und des Vaughan Williams Trust. Ihren Werkkatalog ergänzen zahlreiche, höchst individuelle und auch auf Maori-Musik basierende Vokalstücke, etwa Pao für Sopran, Klarinette und Klavier und Chormusik, zu der sie, um nur ein Beispiel zu nennen, 1993 mit Moments für vierstimmigen gemischten Chor beitrug.

Kammermusikwerke von Gillian Whitehead

Diskographie

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.