Interview mit Joachim Witt

„Ich traue mir mehr zu – mehr als je zuvor“

Joachim Witt (Franz Schepers)

Bereits im Januar sprachen wir mit Joachim Witt über sein neues Album Rübezahls Rückkehr (Ventil/Schubert/Sony Music), das nun mit über einmonatiger Verspätung am übernächsten Freitag endlich erscheinen wird. Manche Passagen dieses Gesprächs erweisen sich inzwischen als Makulatur. Und somit reduzieren das Ergebnis aufs Wesentliche. Davon unabhängig, sollte festgehalten werden: Angesichts von Rübezahls Rückkehr vom besten Album des Herrn Witt zu palavern, würde seine teilweise großartigen, aber stets quer-denkend interessanten Veröffentlichungen der Vergangenheit nur diskreditieren. Sprechen wir also über ein durchweg „starkes“ Album des 71-jährigen Künstlers.

amusio: „Hallo Joachim, setzen wir mal direkt bei dem Song Geist an das Licht und dem dazugehörigen Video an: Es erzählt eine Geschichte in Form einer Ästhetik, die sich dem Vorwurf, Gewaltpornographie zu sein, kaum entziehen will. Filme wie Man Bites Dog oder A Serbian Film kommen in den Sinn. Wie hat denn etwa die BILD-Zeitung diese Provokation aufgegriffen?“

Joachim Witt: „Die BILD-Zeitung hat sie – online – aufgegriffen. Ohne sie zum Skandal aufzubauschen. Mit meinen Original-Statements, die kaum kommentiert wurden. Eine faire Darstellung, durchaus in meinem Sinne. Es gab keinen Anlass, mich darüber zu ärgern oder mich als unverstanden zu fühlen.“

amusio: „Und doch scheint Geist an das Licht – sowohl als Song an sich sowie als seine visuelle Umsetzung – an etwas zu rühren, an dem es sich abringt…“

Joachim Witt: „Es ging mir darum, nicht direkt auf historische Filmaufnahmen zu rekurrieren. Oder tagespolitisches Weltgeschehen zu zitieren. Die Frage war: Wie kann ich die Gewalt und Aggression von Macht und Machtpolitik darstellen, ohne die einschlägigen Bilder zu bemühen? Ich wollte ein Statement abgeben, eine anwendungsgerechte Parabel auf die Brutalität.“

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!