Töne aus den Staaten: New York

Auf einer Bühne: Elektronik mit Streichquartett

Begabte Musiker, Tonmeister und Plattenproduzenten aus dem den USA benachbarten Staat Puerto Rico versuchten schon vor etlichen Generationen in New York Karriere zu machen, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg, ein Trend, der nahezu bis heute anhält.

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Angélica Negróns Komposition ‚El Atardecer Viene Al Reves‘ ist auf dieser Kompilation mit Werken verschiedener Komponisten enthalten (Suites for a Broken Orchestra, Found Sound Records 2019, ASIN: B086WS231X).

Auch die Puertoricanerin Angélica Negrón studierte zunächst am heimatlichen Konservatorium Klavier und Violine, später auch Komposition bei Alfonso Fuentes, bevor es sie nach Brooklyn zog. In ihren eindringlichen Kompositionen führte Negrón die indonesisch basierte Gamelan Elektrika ein, vermischte deren Klang aber mit herkömmlichen Instrumenten in der Kammermusik, so in Bubblegum Grass / Peppermint Field (2011).

Nur eines von etlichen Gamelan-Instrumenten in elektronischer Ausführung wie sie Angélica Negrón einsetzt (Semantic Scholar)

Regelmäßig komponiert sie heute für das Experimentelle puertoricanische Theater Y No Había Luz; ihre Werke werden unter anderem von Puerto Ricos Symphonieorchester und dem Iktus Percussion Quartet auf die Konzertbühne gebracht.

Free Variations for Orchestra war Mason Bates‚ erste Partitur, deren erste Aufführung in Evansville im US-Bundesstaat Indiana dem Dirigenten Robert Moody verdankte. Wie Angélica Negrón ließ er sich anfänglich als professioneller Pianist ausbilden, ging dann aber an die Julliard School, um sich sowohl dem Komponieren als auch dem Englisch-Studium zu widmen. An der Universität von Berkeley spezialisierte und graduierte er sich als Tonsetzer.

Verschiedene Ensembes und Musiker wirkten an der Aufnahme von Bates‘ ‚Digital Loom‘ mit (Msr Classics, 2009, ASIN: B0029MYGIO).

Als schöpferisch erwies sich Bates, Jahrgang 1977, bislang vor allem in der Verschränkung von traditionellem Orchesterklang mit einem elektronischen Instrumentenapparat und den dadurch möglichen Verfremdungseffekten, weshalb er auch als einer der ersten amerikanischen Komponisten des digitalen Zeitalters gefeiert wurde. Musterbeispiel für den dadurch kreierten Stil ist The Rise of Exotic Computing mit Sinfonietta und Elektronik aus dem Jahr 2013. Dabei beschäftigen Bates in seinem Komponieren weitere hiervon unabhängige Aspekte: Den narrativen Grundzug vieler Symphonien des 19. Jahrhunderts versucht der Komponist der Oper The (R)evolution of Steve Jobs (2017) nun im 21. Jahrhundert in völlig anderer Weise zu etablieren. Zudem verbinden sich in seinem Werk beinahe wie selbstverständlich die Genres: Jazzsequenzen treffen auf Technorhythmen.

Informationen der Bayerischen Staatsoper München über Mason Bates

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.