Klingende Beiträge zu sommerlichen Idyllen

Auf grünen Wiesen

Üppige Blumenwiesen mit Wald im Hintergrund, duftende Kornfelder so weit das Auge reicht, so mag sich manche(r) die Sommerfrische erträumen. Abseits von gängigen (Vor-)Alpenszenarien und Heidewanderungsidyllen werden solche Landschaften zur besten Jahreszeit weltweit mit Vorliebe imaginiert.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Sommerwiese – hier in England, ein häufiger Anlass für symphonische Würfe (David Lally, 14.6.2009, CC-Liz.)

Die Musik der tschechischen Nachbarn, insbesondere diejenige im und unmittelbar nach dem langen romantischen Jahrhundert, beschäftigt sich ebenso gerne mit bewegten sommerlichen Gemälden wie etwa Beethoven in seiner 6. SymphoniePastorale„. Sieht man von Smetanas Zyklus Aus Böhmens Hain und Flur einmal ab, entwirft Josef Suk, Schwiegersohn Antonín Dvořáks, in seinem „Sommermärchen“ Pohádka léta (1907-1908) fünf Stimmungsbilder, die jedoch nicht pastellartig wie aus einem Guss komponiert sind, sondern in dem einen und anderen Einzelsatz eine komplexere narrative Struktur dissonante Harmonien inklusive aufweisen. Beschwörend murmeln ganz zu Anfang Stimmen des Lebens und des Trostes. Zwar dominiert in Mittag die Vorstellung von der Hitze eines sonnigen Tags, tummeln sich im „Intermezzo“ Blinde Musikanten in der weiten Sommerlandschaft, doch im vierten Satz, überschrieben Phantasiegespinste, tauchen niedermythologische Wesen auf, Elfen und auch Geschöpfe dunklerer Natur; von diesen erlöst der Schlaf, der den letzten Satz Nacht beherrscht.

Howard Hanson (1896 – 1981) bereicherte die Programmmusik seines Jahrhunderts unter anderem mit seiner „nordischen“ 1. Symphonie (US p.d.).

Von den US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts verlegten sich vor allem Howard Hanson und Ferde Grofe programmatisch immer wieder auf die romantische Landschaft als Motiv und Thema. Zwar fängt Grofe mit seiner ausladenden und harmoniegesättigten Grand Canyon Suite (1929 – 1931) eher die Glut der aufsteigenden Sonne über steiniger Halbwüste ein, zuvor tat er aber bereits im breiten Orchestersound von Mississippi, A Journey in Tones (1925) seine Faszination durch bestimmte Landschaften kund und deutlich später noch in seiner Hudson River Suite (1955).

Ferde Grofé: Mississippi, A Journey in Tones

W. Lempfrid: Landschaften als Inspirationsquelle

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.