Pfade durch die Musiklandschaft Australien LXXI

Salonstücke aus Sydney

Neben dem Königlichen Botanischen Garten findet sich seit 1915 das Konservatorium der Universität Sydney, das zuvor als College in der Hochschule selbst integriert war. Dessen Gründung ging auf den Komponisten Alexander Rea (1831 – 1909) zurück, der außer seiner Eigenschaft als Musikdozent auch einen Organistenposten bekleidete.

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Das Konservatorium von Sydney wurde 1850 als College der Universität begründet und ist seit 1915 in diesem Bau beheimatet (Tony Hisget, GB, 30.10.2016, CC-Liz.).

Kammermusik spielte in Australien im ganzen 19. Jahrhundert eine prominente Rolle; ähnlich wie in den europäischen Zentren, man denke hier vor allem an Paris, fand sie Eingang in die Salons, die häufig von außerordentlich gebildeten Frauen geführt wurden. Salonmusik ist andererseits eng mit Tanzmusik für Soirées und Diners verwandt, da diese den Rahmen für gesellige, kunstbetonte Treffen in der bürgerlichen und aristokratischen Gesellschaft abgaben.

Beliebt waren in der australischen Salonmusik Tanzstücke mit ausgeprägter Rhythmik wie Reas ‚Chatterbox Rondo‘ (Trove, Nat. Lib. of Australia, Identifier 786.2 DDC).

Nicht nur Sonatinen für das Klavier, wie sie etwa Chopin komponierte, waren um 1850 im Trend, populär waren auch Walzer, Rondos, Promenaden und Reveries, wie sie Alexander Rea für die Salons in Sydney komponierte. Deren Bekanntheit führte zu editorischen Erfolgen ganzer Klavieralben. Ihre Originale, verlegt bei Weekes & Co. werden heute in der Australischen Nationalbibliothek aufbewahrt, digitalisiert liegen sie für ein breites Publikum weltweit auf. Außer einem Grand Octave Waltz, einem Chatterbox, Promenade und Chromatic Rondo oder Capricen schuf Rea auch tröstende Consolation Melodies und folkloristisch basierte Lieder, etwa Gathering Rosebuds Song mit Klavierbegleitung.
Noten u.a.
Sally Mays (Hg.): Australian piano music. 4 Bände. Sydney 1990 – 2000.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.