Neusseländische Komponistin

[…and 1…]

Sollte sich in manchen Fällen der Gedanke aufdrängen, dass sich die gesellschaftlich akzeptierte Domäne weiblichen Komponierens in konservativeren Kreisen auch im 20. Jahrhundert weiterhin auf Kammermusik beschränkte? Im Falle von Dorothy Kers Werken liegen sicherlich andere Ursachen vor, etwa die eingehende Beschäftigung mit den Klangeigenarten und bestimmter Instrumente und deren Ausdrucksdimensionen.

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Dorothy Ker arbeitete im britischen Reading, bevor sie 2013 einen Forschungsauftrag an der University of Wellington erhielt (wanma au, profile 1478761847226).

‚A Place in the Sky‘, Album des Klarinettisten Andrew Sparling enthält Kers sechzehnminütiges Solostück ‚[…and 1…]‘ (Lorelt, ASIN: B0097JYR4U).

Die im neuseeländischen Carterton auf der neuseeländischen Nordinsel aufgewachsene Komponistin wanderte nach ihrem Studium an der Universität von Auckland bei John Rimmer, der unter anderem durch sein Orchesterstück At the Appointed Time populär wurde, nach Großbritannien aus. In Rimmers Lehre hatte sie sich insbesondere der Erkundung elektronischer Musik gewidmet, während sie in York bis zu ihrer Dissertation 1998 vielfältige Wege einschlug. Im Anschluss arbeitete sie als Dozentin an der University of Reading weiter.

In Verbindung mit dem heute in Oxford lehrenden Mathematiker Marcus du Sautoy entwickelte Dorothy Ker 2008 die experimentelle Komposition ‚The 19th Step‘ (OTRS, The Royal Society, CC-Liz.).

Für ein nahezu orchestrales Ensemble aus 10 verschiedenen Instrumentalist/inn/en schrieb Dorothy Ker ‚The Structure of Memory‘, das auf dieser CD von Lontano unter der Leitung von Odaline de la Martinez eingespielt wurde (Lorelt, ASIN: B0000E2RL3).

Am Katalog ihres Oeuvres lassen sich kaum Spuren von computergenerierter Musik ablesen, doch ging aus diesem ursprünglichen Interesse 2008 das auf Augenhöhe mit den technischen Entwicklungen und in Zusammenarbeit mit dem Mathematiker Marcus du Sautoy entstandene experimentelle Stück The 19th Step hervor. Dieses wurde zum Ausgangspunkt für ein multimediales Theaterdrama, das in künstlerischer Verbindung mit der Bildhauerin Kate Allen zwei Jahre später aufgeführt wurde.

Seit ihrer Rückkehr nach Neuseeeland im Sommer 2013 wirkt Dorothy Ker nun maßgeblich in Forschungsprojekten an der Universität von Wellington mit; vor fünf Jahren wurde sie für ihre Verdienste mit dem Trust Fund Award der Neuseeländischen Komponistenvereinigung, in der nahezu ebenso viele Frauen wie Männer vertreten sind, ausgezeichnet.

Klepsydra für Oboe

Dorothy Ker: Werkkatalog

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.