Hans Castrup - Koan / Transgression (2 x C-40)

Epistemologisches Spiel ohne Regelwerk

Hans Castrup: „Koan / Transgression“ (Geräuchmanufaktur)

Es erweist sich als ein nicht alltägliches Vergnügen, so die schriftliche Ankündigung und Anerkennung der jüngsten Veröffentlichung des (auch bildenden) Klangkünstlers Hans Castrup – Koan / Transgression via Geräuschmanufaktur – zu einer Art Wettlauf gegen die Zeit gerät, bei dem sich der Rezensent in die Rolle eines TV-Shop-Moderators gedrängt wähnt, dem es obliegt, angesichts eines zusehends zur Neige gehenden Warenvorrats seine Verkaufsargumente in adäquater Weise zu verknappen.

So denn auch, wie in diesem Fall gegeben, eine einmalige Koinzidenz vom akuten Ultimatum mit dem akustischen Vernehmen des zu Preisenden einhergeht, droht eine Makulatur des Unterfangens glücklicherweise nur im Hinblick auf die zurzeit noch sieben (von ursprünglich zwanzig) erhältlichen Doppel-Tape-Artefakte. Denn in digitaler Form werden die insgesamt 19 Stücke von Koan / Transgression auch weiterhin – und in geradezu unerschöpflicher Weise – zur Verfügung stehen. Wenn auch infolge eines (nichtsdestoweniger) dringend angeratenen Erwerbs.

Die im Laufe von rund 24 zurückliegenden Monaten entstandenen (relativ kleinteiligen) Arbeiten statuieren „typische“ Castrup-Erlebnisse: physiologisch kaum/nicht zu entschlüsselnde Vexierspiele, im wettbewerbslosen Sparring von bis zur Unkenntlichkeit Entstelltem und kenntlich gemachten Unerhörtem. In dieser Hinsicht die Koan-Tracks von denen der Transgression distinktiv scheiden zu wollen, bleibt allenfalls dem subjektiven Dafürhalten überlassen (wenngleich Transgression vereinzelt einige fasslich anmutende Elemente zu enthalten scheint, die im Rahmen von Koan – dem Vernehmen nach – wohl vollständig außen vor geblieben sind).

Besonders wertvoll ist (und bleibt) das sich erfreulicher Weise fortsetzende Werk des Herrn Castrup nicht zuletzt aufgrund seiner sich in ihm manifestierenden, magischen Handhabe von Suggestion und einer sich aus ihr ergebenen Erkenntnisahnung. Seine Klangkollagen machen auf höchst seltsam inspirierende Weise darauf aufmerksam, dass präzise manipulierte Abstraktionsentfaltung Erfahrungshorizonte auch recht konkret verdichten kann, anstatt sie bloß vage zu erweitern. Und hiervon macht Koan / Transgression wie selbstverständlich keine Ausnahme.

geraeuschmanufaktur.bandcamp.com/album/koan-transgression
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