COMO – Music Diary: Schatzkästchen der Gefühle

Ein Tagebuch ist ein geduldiger Zuhörer, ein Sammelbecken für Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen. In ihrem Klavier hat die österreichische Newcomerin COMO ihr persönliches Tagebuch gefunden, in das sie ihre Gefühle in Textfragmente bettet, die sie dann mit Musik umrahmt – und voilà, ihr Debütalbum „Music Diary“ ist geboren. In gefühlvollen, fast zärtlichen Lyrics lässt uns der dunkle Lockenkopf an seinem Leben teilhaben. Mit solch emotionalem Hintergrund sind COMOs Songs sicherlich nichts für die Tanzbar um die Ecke, wohl aber ein Genuss für Ohr und Herz.

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Die Österreicherin COMO lässt mit ihrem "Music Diary" tief in ihre Seele blicken / Foto: Michael Mey

Die Österreicherin COMO lässt mit ihrem „Music Diary“ tief in ihre Seele blicken / Foto: Michael Mey

COMO ist der Spitzname der Sängerin und Pianistin aus Österreich, deren Leben von Anfang an von Musik durchzogen war. Der Opa ein Komponist, stand sie bereits als Vierjährige zum ersten Mal auf der Bühne, vermisste jedoch auch schon früh den kreativen Prozess des Musikmachens, was sie schließlich auf ihre ganz eigene Weise quittierte. „Als ich 13 war, habe ich mich geweigert, vor anderen Menschen Musik zu machen“, sagt sie und fand ihre Heimat in der musikalischen Isolation.

Spät in der Nacht arbeitete sie Gedanken und Erlebnisse auf, die in ihre Texte und ihr Klavierspiel einflossen. So ist ihr „Music Diary“, ihr erstes Album, entstanden. Dass COMOs Lyrics Persönliches zugrunde liegt, wird durch die Gefühlsgeladenheit ihrer Stücke sichtbar. Lieder mit Titeln wie „To Granny“ und „She Was Always Different“ sind ganz offensichtlich von eigenen Erinnerungen geprägt.

Aber auch über Liebe und Einsamkeit sowie ihre eigene Entwicklung reflektiert COMO mit liebevollen Texten, die oftmals wirklich an ein Tagebuch erinnern. „There’s something I run from, I don’t know what, I don’t know why, but still I feel it behind me, it’s dark and swallows everything I love“, heißt es zum Beispiel in der ersten Singleauskopplung „Suitcase“. Gekleidet in unaufregende, aber melodiöse Popsounds spielt sich die Pianistin mit 12 Tracks – und vielleicht auch einem Bonus – ins Gehör.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.