Drei griechisch-amerikanische Komponisten

Hellenen über dem Ozean

Arbeitsame Begabungen kommen auch ohne Netzwerke aus: Eines Tages fand sich ein Geiger aus der nordwestgriechischen Provinz Epiros im Symphonieorchester von Indianapolis wieder, so geschehen etwa Dinos Constantinides.

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Über mehrere Jahre war der Grieche Dinos Constantinides (1929 – 2021) Violinist im Inidanapolis Symphony Orchestra im US-Bundesstaat Indiana (IndyMayorsOffice Lic., Konzert am 14.9.2019).

Aufgrund seines Talents, das er schon am Athener Konservatorium unter Beweis gestellt hatte, nahm er die Chance wahr, an der renommierten New Yorker Juilliard School weiterzulernen, wodurch sich ihm die Möglichkeit einer internationalen Karriere erschloss. Von 1967 an unterrichtete Constantinides an der Louisiana State University. Populär wurde unter vielem anderen sein Cellokonzert.

Mit einer seiner Partituren: der in Washington DC lebende Komponist Andreas Makris (1930-2005; Makris Foundation, vor dem 3.2.2005, CC-Liz.)

Andreas Makris wirkte als Composer-in-Residence lange beim Staatlichen Symphonieorchester in Washington DC. Ebenso wie Constantinides war er ursprünglich Violinist, der in seiner neuen Heimat mit so bedeutenden Dirigenten wie Antal Dorati, Leonard Slatkin und dem Cellistin Mstislav Rostropovich zusammenarbeiten sollte. Bekannt wurde der im mazedonischen Kilkis geborene Musikschaffende dem  amerikanischen Publikum durch seine 1967 am Beginn seiner Karriere entstandene Aegean Festival Overture, die von der Bigband der US-Luftwaffe aufgegriffen wurde und damit rasche Verbreitung – einem Hit gleich – erfuhr.

An der Aspen Music School doziert der griechischstämmige Komponist George Tsontakis (geb. 1951; Aspen Music Festival mit der Geigerin Hyerin Kim; 16.8.2010, Zereshk, CC-Liz.).

Eine Generation jünger als Constantinides und Makris ist George Tsontakis, der auf amerikanischem Boden geboren wurde: im New Yorker Stadtteil Queens. Auch er war Alumne der Juilliard School und studierte bei keinem geringeren als Roger Sessions Komposition. Tsontakis‘ Musik wurde von verschiedenen Labels eingespielt. Am bekanntesten sind wohl seine impressionistisch inspirierten Ghost Variations in der Interpretation durch den Pianisten Steven Hough, dank derer ihm der Grammy Award verliehen wurde; um Haaresbreite wäre es ihm gelungen, einen zweiten für sein 2. Violinkonzert zu erringen.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.