Personalwechsel in Erfurt, Süd(ost)asien in Kassel, Jugendchöre in Bratislava

Musikalischer Sommer in Mittel- und Osteuropa

Nach den Domstufen-Festspielen mit Verdis Nabucco, deren Auftakt Myron Michailidis am Abend des 15. Juli machen wird, ist die noch laufende Saison am Theater Erfurt beendet und mit der neuen wird Alexander Prior, momentan noch Chef des Edmonton Symphony Orchestra – als Generalmusikdirektor das Symphonische Orchester leiten und das Programm der Spielzeit 2022/23 neben der Generalintendanz maßgeblich mitgestalten. Prior komponiert mit Erfolg seit seinem achten Lebensjahr in den symphonischen Sparten, für die Musikbühne sowohl im Bereich der Oper als auch des Balletts und schrieb ebenso ein Requiem sowie weitere Chormusik.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Generalintendant Guy Montavon (li.) und Alexander Prior (re.) parafieren den Vertrag des neuen Generalmusikdirektors im Erfurter Rathaus-Festsaal (Theater Erfurt, Foto: Lutz Edelhoff).

Der heute Neunundzwanzigjährige, dessen eigenes 1. Klavierkonzert bereits 2006 Premiere hatte, kennt die Konzertpodien der Welt: Er dirigierte sowohl das Seattle Symphony Orchestra über einen längeren Zeitraum, mit den Symphonikern Hong Kongs sein Tripelkonzert That which must forever remain unspoken als auch den Nussknacker mit dem Königlichen Dänischen Ballett in Kopenhagen. Außerdem leitete er schon früh die BBC Singers, das Royal Symphony Orchestra und die Northern Sinfonia. Sein Crescendo Horizons für vier Solisten und Orchester widmete er John Adams. Alexander Prior löst Myron Michailidis ab, der das Erfurter Publikum immer wieder mit der Aufführung großer und komplexer symphonischer Werke für sich gewonnen hatte.

Zu den Documenta-Tagen in der Stadt Kassel, die in frühsommerlichem Licht erglänzt, sind auch Instrumente aus dem Westen Südostasiens zu hören (H.-P. Mederer, Copyright, 2.7.2022).

Abgesehen davon, dass es in Kassel sicher auch in diesem Jahr wieder ein großes Sommernachts-Open-Air geben wird, sind auch auf der 15. Documenta 2022 selbst nicht nur in ethnologischer Perspektive hörenswerte Klangrepräsentationen insbesondere aus dem westliche(re)n Südostasien an der Tagesordnung. Sie illustrieren und erhellen die Ausstellung der Werke moderner Kunst der Kollektiven etwa aus Indonesien, Indien, Bangladesch und Vietnam. Installationen, Kinographik, architektonisch bemerkenswerte Objekte und kunstvoll besetzte Wandgemälde sind ebenso vertreten wie fotorealistisch beeinflusste Gemälde, die allesamt erst in diesem Jahr entstanden.

Die überragende Akkordeonistin Eva Zöllner spielt am Mittwoch, den 6, Juli 2022, mit ihrer Duo-Partnerin Kerstin Petersen in der KAsseler Stadtkirche St. Martin (hier im Künstlerhaus Schloss Balmoral Bad Ems, 22.22.2017, CC-Liz.).

Am Mittwoch, den 6. Juli ist unter dem Motto BRANDNEU ein Konzert mit den Viurtuosinnen Kerstin Petersen an der Orgel und Eva Zöllner am Akkordeon zu hören. Das Duo A&O zählt zu den weltweit gefragtesten in dieser Formation. Aufführungsort ihrer Interaction#2 ist die Kasseler Evangelische Martinskirche. Zu hören ist dort, im angenehm abkühlenden Ambiente des Gotteshauses, unter anderem eine Uraufführung des neuen „kammermusikalischen“ Werks The Sound of Ganymede der griechischen Komponistin Lina Tonia und Improvisationen der Westerwälder Akkordeonistin und der Hamburger Organistin über Worte von Rose Ausländer.

Der vor allem wegen des ehemaligen Nationaltheaters bekannte Hviezdoslav-Platz ist einer der Orte, an denen das Jugendchor-Musikfestival zwischen dem 6. und 9. Juli 2022 stattfindet (Txllxt TxllxT, 7.6.2009, CC-Liz.).

Hier meldet sich, Grenzen überschreitend, der Nachwuchs aus verschiedenen Ländern der westlichen Hemisphäre zu Wort: In Bratislava spielt auf mehreren Events Jugendorchester und -chöre. Das Festival dauert von Mittwoch, dem 6. Juli bis zum Samstag, den 9. Juli an; vertreten sind Chöre und InstrumentalmusikerInnen aus, Belgien, Italien, Litauen, Finnland, Tschechien, der Slowakei und den USA. Die Konzertreihe beginnt im Martinsdom von Bratislava am 6. Juli um 19 Uhr und endet am schmucken Hviezdoslav-Platz am 8. Juli mit einem Konzert um 20 Uhr.

 

 

 

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.