Ukrainische Komponist/innen VII

Magic Square

Sie komponierte das Simurgh-Quintett genau zur Jahrtausendwende 2000, ziemlich genau zwanzig Jahre später revidierte Wiktorija Poljowa es noch einmal. Der Protagonist kommt aus Persien, es handelt sich um eine Art wiedererstehenden Phoenix. Laut dem Ehepaar und künstlerischen Klavier-Cello-Duo Iryna Starodub und Yurii Pogoretskyi hat dieser Mythos eine besondere symbolische Bedeutung für die derzeitige Lage der angegriffenen Ukraine und ist ein starkes Motiv für den Überlebenswillen des Landes.

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Die Komponistin Wiktorija Poljowa wurde 1962 in Kiew geboren, wo sie auch studierte und Hochschuldozentin wurde (Андрей-Скакодуб, 2008, CC-Liz.).

Die ehemalige Kompositionslehrerin an der Nationalen Musikakademie der Ukraine engagierte sich zudem einige Jahre in der dortigen Abteilung für Musik und Informationstechnologien, bevor sie sich ganz dem kreativen Fach widmete. Aus ihrer Hand gingen zahllose Chorwerke für rein weibliche oder gemischte Ensembles hervor, was die liturgische Musik als selbst bekannten Ausgangspunkt für ihr Schaffen deutlich macht.

Einen Großteil ihrer Kompositionen widmete sie bislang dem Orchester, Kammerorchester und der Kammermusik. Darüber hinaus schrieb sie Lieder mit Klavierbegleitung, beschäftigte sich mit der elektroakustischen Musik und transkribierte Werke von Biber, Bach, Vieuxtemps und Revutsky.

Ein traditionelles japanisches Gagaku-Orchester und Tanzensemble war im Juni 2010 in Kiew zu Gast (Antanana, 7.6.2010, CC-Liz.).

Einige ihrer Werke gehen sicherlich mit dem exemplarischen Gebrauch für Unterrichtszwecke an der Hochschule einher, andere sind gänzlich literarischen Inspirationen oder der eigenen Fantasie und Satztechnik zu verdanken, so Ischia. Island (2020) oder Serene-sonata (1999) für Klavier allein, Null (2006) und Didu (2020) für Symphonieorchester, die teils vokale Kammersymphonie Lulling the Earth (2016) oder Warm Prayer (2020) für Singstimme und Streicher. Neben der Musik für Kammerensemble, beispielsweise Magic Square (2007), arbeitet Poljowa auch der Bühne zu, etwa mit ihrem Ballett Gagaku (1994) auf der Grundlage eines japanischen Stoffs und (zuletzt) Mirror. Dreams or Little Life (2021).

Summer Music (2008)
Walking on Waters (2013)

Meridian Czernowitz

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.