Paper Aeroplanes – Little Letters: Das Aufrichtigste und Schönste im Indie-Pop in 140 Zeichen

Manchmal surft man auf YouTube herum, von einem Musikvideo zum nächsten, und plötzlich trifft es einen: dieser wunderschöne, atemberaubende Song von einer Band, von der man zuvor noch nie gehört hatte. Glücklicherweise hat sie aber gerade ein neues Album herausgebracht. Das heißt „Little Letters“ und dahinter verbergen sich die zwei Waliser der Paper Aeroplanes. Vollkommen unerwartet treffen sie einen mit ihrer paradox-genialen Mischung aus Trübsal und Leichtigkeit mitten ins Herz.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Zwischen Trübsinn und Heimeligkeit: "Little Letters" von Paper Aeroplanes

Zwischen Trübsinn und Heimeligkeit: „Little Letters“ von Paper Aeroplanes

Die Wurzeln der Papierflieger liegen an der walisischen Westküste, denn sowohl Sarah Howells als auch Richard Llewellyn sind dort aufgewachsen. Obwohl sie bereits seit acht Jahren gemeinsam Musik machen, gibt es die Formation Paper Aeroplanes erst seit 2009. Auch dank der Unterstützung zahlreicher Radiomoderatoren und von Radio Wales hat es die Band aber bereits jetzt geschafft, ganz Großbritannien mit ihrem leichtfüßigen Indie-Folk-Pop zu verzaubern. Beweis: Letztes Jahr spielte sie über 100 Konzerte auf der Insel.

„Little Letters“ ist bereits das dritte Album des Duos und besticht durch intimen und zurückhaltenden Pop mit großartigen und tragenden Melodien. Obwohl diese ständig in die Melancholie abzurutschen drohen, verliert das Album auch an seinen dunkelsten Passagen nichts von seiner Leichtigkeit. Wir werden erinnert an musikalische Vorbilder der Band wie Björk, Laura Veirs und Jeff Buckley, aber hören auch Anlehnungen an Suzanne Vega, The Sundays oder The Cranberries.

Die elf Tracks auf „Little Letters” erzählen pittoreske Geschichten über verflossene Liebhaber und Freundschaft, wodurch die ganze Platte einen sehr persönlichen Touch erhält. Laut Sängerin Sarah Howells spiegelt sie persönliche Erfahrungen in Beziehungen wider und zeigt „das innere, versteckteste Leben im Gegensatz zu dem, das man von außen sieht“. So war ihr Ziel beim Songschreiben auch, Dinge auszudrücken, die sie normalerweise nicht in Worte fassen könnte.

Der Titel des Albums, die kleinen Briefe, bezieht sich unter anderem darauf, wie heute kommuniziert wird: Statusmeldungen, SMS, Tweets und Post-Its. Die Liebe und das Leben werden auf 140 Zeichen gelebt. So handelt auch der wundervoll zarte Song „Sleeper Train“ von einer Kurznachrichten-Verliebtheit mit einem Briten in der Heimat, als Sarah Howells mit dem Zug von Xi’an nach Peking unterwegs war. „Kaum dass ich wieder zuhause war, funktionierte die Geschichte leider nicht“, erklärt sie. Trotzdem habe es etwas sehr Intensives und Denkwürdiges gehabt.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.