Die Feldermaus von Johann Strauss am Schlosstheater Schönbrunn

Die Opernsparte des Festivals der diesjährigen Internationalen Sommerakademie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (kurz: isa) ermöglichte es in Zusammenarbeit mit IMaGE Performing Arts Promotion und der Verwaltung des Schloss Schönbrunn in diesem Jahr zum zweiten Mal, dass zwei Opernproduktionen des Institus für Gesang und Musiktheater der Wiener Musikuniversität im Schlosstheater Schönbrunn gezeigt werden konnten. Den Anfang machte am 08. August die Premiere Der Fledermaus von Johann Strauss in einer Inszenierung von Beverley Blankenship und im Bühnenbild von Erich Uiberlacker, das einen der Höhepunkte dieser Produktion markiert.

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szenenbild

Szenenbild aus der Produktion (c) Barbara Pallfy

In ihrer szenischen Umsetzung, die Blankenship gemeinsam mit den agierenden Gesangsstudenten entwickelt hat, ist der Dynamo der Handlung die Rache des Dr. Falke (bravourös und stets mit Augenzwinkern gegeben von Daniel Foki, der als Spiritus rector die Handlung beherrscht) an seinem Freund Gabriel von Eisenstein (Christoph Filler, der darstellerisch und sängerisch profund agierte), der ihn einst zum Gespöt Wiens gemacht hatte.

Als Fundament ergänzt wird diese gescheiterte Männerfreundschaft durch die auch von Falke begehrte Rosalinde, die Frau von Gabriel, die von einer stimmlich warmen wie schauspielerisch souveränen Raquel Paulo gegeben wurde.

Doch es gibt noch drei weitere kleine Geschichten, die dieses Quiproquo erst zu dem machen, was es ist: das Kammermädchen Adele (Theresa Krügl mit glänzenden Koloraturen und darstellerischer Tiefe), als Aschenputtel der Geschichte, der „arme“, da stets gelangweilte Prinzen Orlowsky (von Laura Schneiderhan stimmlich höhrenswert, aber leider darstellerisch etwas blaß gegeben) und zu guter letzt der stets betrunkene Staatsdiener Frosch (als ein darstellerisches Vernügen Stargast Peter Rapp).

Zu den Besonderheiten des Abends gehörte die Fassung in welcher diese Operette, die sonst traditionell an Silvester erklingt, gegeben wurde. David Ricardo Salazar und der Dirigent Guido Mancusi haben exklusiv für diese Aufführungsreihe eine Kammeropernfassung für die Solisten des Schloss Schönbrunn Orchesters angefertigt, die von den Musikern so lebendig musiziert wurde, wie man sie selten hört. Viel gerechtfertigten Applaus für alle Mitwirkenden an dieser mehr als gelungenen Studentenproduktion Der Fledermaus von Johann Strauss.

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