Musikalischer Untergrund der UdSSR: Die Oper Till Eulenspiegel von Nikolai Karetnikov

Text und Musik dieser Oper sind im besten Sinne des Wortes als ekklektizistisch zu bezeichnen. Dem Komponist der zusammen mit Pavel Longin das Libretto nach einem Roman von Charles De Coster geschaffen hat, gelingt es Elemente des Singspiels und der Opera buffa gekonnt mit jenen des Mysterienspiels und der tragischen Oper zu verbinden. Davon profitiert auch die Musik, die sich Stilen aus fünf Jahrhunderten bedient um ein Gemälde der Renaissance zu malen, wie es einem der Bruegels nicht in ihren kühnsten Träumen eingefallen wäre. Dabei steht der Minnegesang, neben Tänzen der Renaissance und Zwölftonstrukturen des 20. Jahrhundert, die sich harmonisch zu einer ebenso höchst unterhaltsamen, wie auch bewegenden Musik verbinden.

Alles in allem eine höhrenswerte Rarität, die im Juli bei Brilliant Classics erschienen ist und die man sich nicht entgehen lassen sollte, zumal nun nicht mehr Phantasie-Preise von über 200 Euro für diese Aufnahme zu zahlen sind (zu diesem Preis wird derzeit nach Angaben von Brilliant Classics die bei Le Chant du Monde erschienene Erstveröffentlichung gehandelt).

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