Fraktus live: Ein Wahnsinnskonzert einer Wahnsinnsband!

Gestern Abend war es endlich soweit: Studio Braun präsentierte in Frankfurt die Band Fraktus – eine Elektropop-Formation, die vor rund 30 Jahren den Techno erfunden haben soll!

Schon bei meiner Ankunft auf dem Union Gelände war ich ziemlich happy, hatte ich doch meine Eintrittskarte bereits am Vortag im Internet erstanden. Kaum zu glauben: Die Menschenschlange vor dem Eingang war mindestens 50 Meter lang! Und vereinzelt kamen uns bereits Grüppchen von Leuten mit enttäuschten Gesichtern entgegen – um 20:10 Uhr war die Abendkasse offenbar bereits geschlossen – alle Karten ausverkauft!

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Innerhalb der Union Halle war es denn auch rappelvoll und an der Bar herrschte Hochbetrieb. Im Publikum in erster Linie sympathisch wirkendende Männer im Alter zwischen 25 und 45. Gegen halb neun wurde es dann auch schon dunkel im Saal und die ersten Synthysizer-Sounds donnerten aus der Anlage. Zunächst waren nur die Silhouetten der drei Musiker von Fraktus zu erkennen. Bernd Wand (Jacques Palminger), Dirk Eberhard („Dickie“) Schubert (Rocko Schamoni) und Thorsten Bage (Heinz Strunk) standen in Kraftwerkmanier bewegungslos im Lasergewitter an ihren Instrumenten. Alle drei trugen lange schwarze Ledermäntel, grün illuminierte Helme und cremefarbenen Raumfahrer-Fantasie-Anzüge. Eine Elektro-Pop-Band wie von einem anderen Stern, sicher aber aus einer anderen Zeit.

Die drei Musiker von Fraktus in Aktion.

V.l.n.r: Bernd Wand, Dickie Eberhard, Thorsten Bage.

Bereits die ersten Töne des Songs „Untergrund“ lösten Jubel- und Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Im weiteren Verlauf des Abends gaben Fraktus sämtliche Songs ihres Comback-Albums zum besten, immer mal wieder unterbrochen von Anekdoten aus der Bandgeschichte oder auch kleinen Streitigkeiten zwischen den Bandmitgliedern. Ein wahrhaft gelungener Auftritt, um es mit Dickie Schuberts Worten zu sagen: „Zwischen dem Bandkörper und dem Fankörper spürt man es wahrhaft knistern!“ Besonders bei ihrem prominentesten Song „Affe sucht Liebe“ (bekannt durch den Raver-Schlachtruf „Oh Oh Oh Oh-eeeeeh-oh“) brachte Fraktus die Menge zum Toben. Die durchaus auch gesellschafts-kritischen Texte der Songs regen zum Nachdenken an und sind auch sprachlich von poetischer-Virtouosität gekennzeichnet.

„Affe sucht Liebe/ Affe sucht Halt/ Affe sucht Wärme/ sonst wird Affe kalt“

Retro-Futurismus atmosphärisch in Szene gesetzt.

Atmosphärischer Retro-Futurismus: Bernd Wand (Jaques Palminger) und Dickie“ Schubert (Rocko Schamoni) von Fraktus.

Leider war die wirklich herzerfrischende, lustige und kurzweilige Mixtur nach etwa zwei Stunden vorbei. Mir blieb nichts weiter übrig als am Merchandising-Stand einen Fehldruck des Band-T-Shirts zu erstehen, auf dem „Fratus“ statt „Fraktus“ zu lesen ist. Ein kleiner Schreibfehler, aber immerhin ich weiß ja, wer damit gemeint ist.

Wer Fraktus noch nicht kennt und sich selbst ein Bild machen möchte, sollte sich das Comeback-Album der Band zulegen. Das Songmaterial ist liebevoll mit modernster Technik abgemischt auf dem Longplayer Millennium Edition erschienen. Naja, die Platte muss man vielleicht doch nicht unbedingt haben. Ob die Songs in den heimischen vier Wänden aus der Anlage ohne die optische Performance der drei Fraktusse (oder Frakteen?) genauso stark wirken, wage ich hiermit zu bezweifeln.

Fraktus am 2.4.

Thorsten Bage von Fraktus an der Querflöte.

Aber eins lege ich Ihnen wirklich dringend an Herz: Wenn Fraktus in der Stadt sind, sollte man ihr Konzert auf gar keinen Fall verpassen! Unbedingt frühzeitig Karten sichern! Das ist ein Befehl!

 

Nächste Konzert-Termine:

Do., 7. Feb. Studio Braun präsentiert: Fraktus – HAMBURG
Do., 14. Feb. Studio Braun präsentiert: Fraktus – BERLIN
Fr., 15. Feb. Studio Braun präsentiert: Fraktus – BREMEN
Sa., 16. Feb. Studio Braun präsentiert: Fraktus – HANNOVER

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Über Nina Pelke

Kommunikationswissenschaftlerin, Texterin, Autorin und Musikliebhaberin aus Frankfurt. Auf dem Schirm: sämtliche Spielarten elektronischer Musik, wie Techno, Dance, Elektro, Minimal, House, aber auch Rock, Grunge und Crossover. Plus: Leidenschaft für Kunst, Literatur, Kino und Theater.