Kleckern statt Klotzen: ADOLAR´s neues Video zur Single „Halleluja“

Nach zwei Jahren Sendepause startet die Musikgruppe ADOLAR wieder ins musikalische Universum. Die namensgebende Titelfigur spielt im Schaffen der vier Musiker aber kaum eine Rolle. So auch im neuen Musikvideo zur Single „Halleluja“ vom am 06.09.2013 erscheinenden dritten Album „Die Kälte der Neuen Biederkeit“.

Schon das Video zur letzten Single „Tanzenkotzen“ vom zweiten Album „Zu Den Takten Des Programms“ war ein echter Hingucker: Die edle und imposante Innenarchitektur der Leipziger Universitätsbibliothek musste damals zur Visualisierung des moshigen und intensiven Songs herhalten.

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Verschmähen den Kuschelkurs: ADOLAR / Cover: Daniel Moering

Verschmähen den Kuschelkurs: ADOLAR / Cover: Daniel Moering

Musikalisch verfolgen ADOLAR ihre Linie im neuen Song „Halleluja“ durchaus weiter: Verspielte Gitarren und kleine, aufregende Breaks geben dem komödiantischen Song einen Zick-Zack-Kurs, der dank des Bläsereinsatzes am Schluss doch in die geraden Bahnen einer ADOLAR-typischen Hymne gelenkt wird.

Im Ansatz ähnelt das Video zum neuen Song „Halleluja“ dem Kammerspiel „Der Gott des Gemetzels“ von Roman Polanski: Zwei Paare finden sich zum abendlichen Schmaus ein und achten dabei auf die Pflege des Etiketts. Im Verlauf des Videos wird exzessiv geraucht und der Alkohol fließt in Strömen.

Die Atmosphäre heizt sich immer weiter auf und Hemmungen weichen immer mehr einem obszön wirkenden Animalismus. Am Schluss eskaliert die Szenerie und alles liegt in Schutt und Asche. Die Masken sind gefallen. ADOLAR selbst halten sich die ganze Zeit eher als kreative Gaffer im Hintergrund.

So zeigt das Video nicht einfach nur eine reine actiongeladene Essensschlacht, sondern eine nahezu dürrenmattsche Wendung ins Bitterböse.
Kein Wunder: Seit „Tanzenkotzen“ kennt man die literarischen Vorlieben der Musiker schließlich nur zu gut.

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Über Peter Geuze

Lebt und arbeitet als Musiker, Musiklehrer und freiberuflicher Musikredakteur in Leipzig. Lieblingsthema ist rockige Gitarrenmusik, aber auch für andere Klänge hat er stets ein offenes Ohr.