Skandale zum Feiern?! Ein Konzert des isa Festivals im Arnold Schönberg Center Wien

Eine alte Weisheit besagt: man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Gerade dieses Jahr bestätigt sich diese Redensart damit, dass es wahrlich genug zu feiern gibt.

Da ist nicht nur der jeweilige 200. Geburtstag der Opernkomponisten Richard Wagner und Giuseppe Verdi am Kalender, sondern auch der 100. Jahrestag zweier Skandalkonzerte.

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Zum einen handelt es sich dabei um die skandalumwitterte Uraufführung des Strawinsky-Ballettes Les Sacre du Printemps und zum anderen um das „Watschenkonzert“ (dt.: „Ohrfeigenkonzert“) vom 31. März 1913 mit dem die Mitglieder der sogenannten Wiener Schule um Arnold Schönberg einen legendären Konzertskandal im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins ausgelöst haben.

isa13 Postkarte "Schönberg plus" (c) isa

isa13 Postkarte „Schönberg plus“ (c) isa

An dieses Ereignis, welches durch einen Publikumsaufstand frühzeitig beendet werden musste, knüpfte das Konzert „Schönberg plus“ im Arnold Schönberg Center am 21. August im Rahmen des isa Festivals an, indem zum Abschluss desselben die Kammerymphonie op. 9 in der Bearbeitung von Anton Webern für fünf Instrumente erklang.

Bestritten wurde das Konzert von Mitgliedern von Atout – die Kammermusikgruppe und TeilnehmerInnen der isa13, der 23. internationalen Sommerakademie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Außer der Kammersymphonie op. 9 virtuos und mit Vervre gespielt von Chloé Dufossez (Flöte) und Jana Černohouzová (Klarinette) (beide Teilnehmerinnen der isa13) und den Mitglieder von Atout Roland Herret (Violine), Vida Vujic (Violoncello) und Hemma Tuppy (Klavier), waren Werke von Alban Berg und Anton Webern zu hören, die den von Schönberg begleiteten Weg beider von der spätromantischen Klangwelt zur freien Atonikalität aufzeigten. Akzente setzten dabei sowohl das Testore Quartett mit einer detailverliebt berückenden Interpretation des Langsamen Satz für Streichorchester (1905) von Anton Webern, wie auch der polnische Pianist Rafal Mokrzycki mit einer beeindruckend musizierten Klaviersonate op. 1 von Alban Berg. Ebenso überzeugten Lee Young Kim begleitet von Ivelina Kasandgieva mit den Vier Stücken für Violine und Klavier op. 7 von Anton Webern und Barnabás Vögyesi und Hilda Hernádi mit nachdrücklich im Gedächtnis bleibenden Vier Stücken für Klarinette und Klavier op. 5 von Alban Berg.

Viel Applaus für alle Ausführenden dieses Konzertes, welches Dank einer Kooperation mit dem Arnold Schönberg Center in Wien stattfinden konnte.

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