Schuld war nur der Bossa nova: Das Bossarenova Trio mit ihrer neuen CD Samba Prelúdio

Das wichtigste vorab: Dies ist die erste Einspielung des transatlantischen Bossarenova-Trios und die wohl erste Kontaktaufnahme zwischen brasilianischer Musik und deutschem Liedgut der Romantik.

Die brasilianische Sängerin Paula Morelenbaum traf den Trompeter Joo Kraus (bekannt u.a. von Tab Two) und seinen Mitstreiter Ralf Schmid anlässlich eines Jazz-trifft-Bossa-Nova-Projekts mit der SWR Bigband.

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Daraus entstand der Wunsch es zusammen ohne großen Klangkörper nur mit Stimme, Trompete, Klavier und elektronischem Hilfsinstrumentarium zu versuchen.

Transatlantisches Bossa-Bündnis: Bossarenova Trio. Foto: Ana Cisso Pinto

Transatlantisches Bossa-Bündnis: Bossarenova Trio. Foto: Ana Cisso Pinto

Dabei entdeckten die Drei bislang unentdeckte Anknüpfungspunkte zwischen dem deutschen Kunstlied der Romantik und der brasilianischen Bossa nova. Die wichtigste Parallele: das wundersame Webmuster von Wort und Ton. Schwermut, Melancholie und die Leichtigkeit brasilianischer Rhythmen treffen beim Bossarenova-Trio auf dezentes Klangdesign. Man darf es auch Chillout-Musik nennen.

Zwei Jahrhunderte Musikkultur unterschiedlicher Kontinente finden gebündelt auf den zwölf Songs dieses Albums zueinander. Auf der Reise zwischen den transatlantischen Musikformen begegnen sich Frederic Chopin und Antonio Carlos Jobim (How Insensitive/Prelude op.28 No.4), Marcos Valle (Samba De Verao) und eine portugiesisch getextete Version von Schumann’s/Heinrich Heine’s „Im wunderschönen Monat Mai“. Die Eigenkomposition des Trios „Primavera Verao“ fügt sich nahtlos in die Klangästhetik des Albums ein.

Bossarenova Trio: Samba Prelúdio (Skip Records SKP 9113/Vertrieb: Soulfood)

Bossarenova Trio: Samba Prelúdio (Skip Records SKP 9113/Vertrieb: Soulfood)

Das alles ist angenehm zu hören, sorgt für entspannte Momente, fordert aber auch nicht. Anders gesagt: ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein großer für Paula Morelenbaum, Joo Kraus und Ralf Schmid.

Tourdaten:
9.10 Innsbruck, Treibhaus
10.10. Berlin, A-Trane
12.10. Hannover, Jazz Club
14.10. Kassel, Theaterstübchen
17.10., Luxemburg, Philharmonie

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.