Warum deutsche Volksmusik cool sein kann

Der neuseeländische Musiker Hayden Chrisholm steht in der deutschen Provinz und wundert sich: „Dieselben Menschen, die feuchte Augen bekommen, wenn ein alter Indio in den Anden zum tausendsten Mal ‚El Cóndor Pasa‘ in seine Panflöte bläst, kriegen Pickel, wenn man sie auf die Melodien ihrer Heimat anspricht.“ Hayden ist der Protagonist der Dokumentation „Sound of Heimat“, die auf der Suche nach den Ursprüngen der Volksmusik in den deutschen Landen ist.

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"Sound of Heimat". Quelle: Real Fiction Filme

„Sound of Heimat“. Quelle: Real Fiction Filme

Obwohl, Hayden ist vielmehr der Vermittler zwischen dem eigentlichen Hauptdarsteller „deutsches Musikgut“ und dem Zuschauer, der auf diese Weise eine einmalige Möglichkeit erlangt, die Vielfalt der Musiklandschaft seiner Heimat zu entdecken.

Denn so uncool und verstaubt ist Volksmusik bei weitem nicht, wie es sich über Generationen in den Köpfen der Deutschen festgesetzt hat. Die Filmemacher Arne Birkenstock und Jan Tengeler gehen auf Spurensuche in verrauchten Kneipen der Kölner Altstadt, in denen sich wöchentlich Menschen zum spontanen Singen treffen, lassen Hayden mit seinem Saxophon in der Bamberger Studentenband „Antistadl“ zu deutscher Polka spielen und entdecken romantische Klänge in einem ehemaligen Bergarbeiterstädtchen im Erzgebirge.

„Sound of Heimat“ zeigt den Facettenreichtum deutscher Volksmusik, die durch moderne Arrangements immer noch ans Herz und in die Beine gehen kann und versucht auch der Frage nachzugehen, warum diese Musikrichtung weitläufig immer noch einen so faden Beigeschmack hat. Der Film ist seit dem 28. Juni im Verleih von „RealFiction“ erhältlich und absolut sehenswert!

Regie: Arne Birkenstock, Jan Tengeler
Label: Real Fiction
Land/Herstellungsjahr: Deutschland 2012
Laufzeit: ca. 90 Min.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Extras: Booklet, Tracks zum Mitsingen, Interviews

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