Interview mit Alexia von Eyes Set To Kill zum neuen Album „Masks“

Manchmal können Subgenre-Schubladen schon richtige kleine Schweinchen sein. Leider erfreut sich Metalcore nach wie vor keiner großen Beliebtheit unter vielen eingefleischten Heavyfans, wer sich auf Grund der üblichen Vorurteile jedoch bisher von den amerikanischen EYES SET TO KILL fernhielt, verpasst einen musikalischen Hammer. Denn mit ihrem bereits fünften Album übertrifft die Band um die charismatische Alexia Rodriguez sich wieder einmal selbst und das mit Überschallgeschwindigkeit.

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Wenn Look und Musik stimmen, muss es Alexia sein! (Quelle: Jeremy Saffer)

Wenn Look und Musik stimmen, muss es Alexia sein! (Quelle: Jeremy Saffer)

MASKS nennt sich die neue Scheibe, die am 20.September erscheint, aber alles andere als identitätsverschleiernd ist, denn noch nie brachten die vier Musiker aus Arizona ihren musikalischen Geist so eingängig auf den Punkt wie hier. Doch die Möglichkeit, ihre Musik nach eigenen Wünschen zu gestalten, hatte die Band nicht immer. Mehr zu dem Thema erfahrt ihr in unserem Interview mit Sängerin Alexia:

Ihr habt fünf Alben in fünf Jahren auf den Markt gebracht, dazu kommt sogar noch eine Soloscheibe von dir! Dabei war es für euch alles andere als leicht, bei früheren Plattenfirmen nicht vorgeschrieben zu bekommen, wie ihr klingen müsst. Woher nimmst du dennoch die Kraft, immer weiter zu machen und das so, wie du es selbst möchtest?

Ja, häufig hatten wir das Problem, dass man massiven Einfluss auf unseren Stil nehmen wollte und es immer wieder hieß „Auf die Weise kommt ihr nicht an, ändert mal lieber euren Sound so und so“, aber wir wollten nicht zulassen, dass wir Marionetten werden und die Musik letztendlich gar nicht mehr unsere eigene ist. Mittlerweile sind wir endlich an einem Punkt angelangt, an dem das akzeptiert wird, und wir uns selbst treu sein dürfen.
Ich konnte niemals damit aufhören, Musik zu machen, auch wenn es oft schwer war. Aber es ist für mich wie eine Therapie, wenn ich längere Zeit keine Gitarre anfassen oder Texte schreiben dürfte, würde ich vermutlich wahnsinnig werden (lacht)

Eure ersten Tourneen verbrachtet ihr noch alle zusammen in einem kleinen Van! Könnt ihr euch mittlerweile einen höheren Standard leisten, oder ist das Leben on the road nach wie vor hart für euch?

Mittlerweile bekamen wir schon richtige Tourbusse, aber mit denen hatten wir kein Glück, ständig gab es Pannen, Stress und Ärger – es war jedes mal ein Highlight, wenn wir es doch noch zu unseren Shows geschafft haben, ohne zwischen drin auf dem Highway gestrandet zu sein oder unser Dach verloren zu haben! (lacht)
Innerhalb der USA touren wir nach wie vor in einem keineren Van, aber immerhin können wir uns schon den Luxus leisten, nachts in Hotels zu übernachten und hin und wieder dort zu duschen! Denn früher war es absolut keine Selbstverständlichkeit, sodass meist die ganze Band in einen kleinen Transporter gequetscht durch die Gegend fuhr und jeder fröhlich vor sich hin müffelte.

Ihr seid nach wie vor unglaublich jung, aber habt schon so viel in der Szene erreicht – in welchem Alter habt ihr beschlossen, dass ihr Musiker werden wollt?

Als ich 16 und meine Schwester 15 war, wurde uns klar, dass wir nichts anderes machen wollten und wir legten einfach los. Gott sei Dank war unsere Mutter immer sehr unterstützend, sie verlangte lediglich von uns, dass wir einen Schulabschluss machen, den Rest unserer Zeit konnten wir selbst gestalten, wie es uns gefiel. Meine Schwester hat ihren Abschluss dann sogar noch durch eine Fernschule erlangt, Gott sei Dank hat das alles so geklappt, dass wir uns daraufhin auf die Musik konzentrieren konnten.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.