Review: Breaking Bad – S05E12 – Rabid Dog

Nach den knackig durchdialogisierten, wunderschön abgefilmten und adrenalingeschwängerten drei Startepisoden der finalen zweiten Staffelhälfte Breaking Bad ist spätestens mit Rabid Dog (S05E12) der point of no return to good für fast alle Charaktere des AMC-Serienuniversums passe. Eigennutz und Überlebenskampf dominieren das Spielfeld, wo sich kaltherzige, darwinsche Selektionsprinzipien an allen Fronten breit machen.

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Quelle: Ursula Coyote/AMC

Quelle: Ursula Coyote/AMC

Diese Episode wird chronologisch gedacht an exakt derselben Stelle weitererzählt, wo die letzte in Benzin ertrank. Allerdings legt die geniale Drehbuchcrew um Vince Gilligan den Plot um Jesse und Hank in eine Zeitschachtel und wickelt zunächst Walters Reaktion auf den Ausraster ab. Da seit Blood Money klar ist, dass Jesse das Haus der Whites nicht niedergebrannt hat, liegt ein Großteil der Spannung ziemlich lange auf der Frage: Wieso nicht? Der Plottwist kommt dann aber mit einer Präzision daher, die kaum drei Minuten Dialogzeit ausmacht: Hank platzt durch die Tür und hält den blindwütigen, verzweifelten Junkie davon ab, die Bude in Brand zu setzen.

Das ist nicht nur logisch im Geschichtenuniversum, sondern auch praktisch. Die beiden guten Herzen der Serie (von Walt Jr. einmal abgesehen) sehen sich, wenn auch in unterschiedliche Ecken gedrängt, mit derselben Agenda konfrontiert: To burn him down.

Yeah! Das zündet. Walter hat bei mir ohnehin längst all seine Sympathien verspielt, Jesse und Hank gönne ich jedoch einen Sieg in der entscheidenden Schlacht um ein würdiges BB-Finale. Leider glänzt der Anzug nur, weil das Spotlight an der Oberfläche reflektiert. „Pinkman gets killed and we got it all on tape“, sagt Hank an einer Stelle zu seinem (jetzt offenbar eingeweihten) Partner Seve Gomez. Dieser Satz unterstreicht, wie rücksichtslos selbst Hank seinen Rachefeldzug gegen Walter führt, und durchbricht mit scharfer Ironie die vierte Wand: Falls Pinkman kaltgemacht wird, hat es auch der Zuschauer in jedem Fall auf Band.

Der pointierte Humor der Serie zahlt sich wieder voll aus; er ist nicht nur ein wundervolles Extra, sondern auch bitter nötig. Die subtilen und exzessiven Bösartigkeiten der Protagonisten wären wohl kaum erträglich ansonsten. Es tut gelegentlich gut, daran erinnert zu werden, dass das hier alles nur ein Film ist.

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.