Rah Rah „The Poet’s Dead“: Finest Indie-Rock

Glücklicherweise hat die Hamburger Plattenfirma DevilDuck Records beim diesjährigen „South by Southwest Festival“ (SXSW) so aufmerksam zugehört, sonst wären uns hierzulande Rah Rah und ihr Power-Pop-Indie-Rock wohl noch lange vorenthalten geblieben. Denn obwohl „The Poet’s Dead“ bereits das dritte Album der kanadischen Band ist, hat sie es erst jetzt über den großen Teich geschafft. Mit seinen fröhlich-flotten Indie-Melodien – modern, mit einem Hauch von Old School –, gehört das Album zu den Geheimtipps dieses Jahres und definitiv in das CD-Regal jedes Indie-Fans.

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Rah Rah "The Poet's Dead" / Foto: DevilDuck Records

Rah Rah „The Poet’s Dead“ / Foto: DevilDuck Records

Bereits seit 2005 existiert Rah Rah, zunächst als Trio – mit Erin Passmore (Gesang, Drums, Keyboard, Gitarre) und Marshall Burns (Gesang, Gitarre) als zentralem Knotenpunkt –, dann kamen nach und nach Kristina Hedlund (Geige, Keyboard, Akkordeon, Gesang), Erins Bruder Joel (Bass), Leif Thorseth (Gitarre) sowie Jeff Romanyk (Drums, Keyboard, Gitarre) hinzu. 2008 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Going Steady“, mit dem sie sich die Titel „Best Alternative New Artist“ und „Best New Canadian Artist“ der „iTunes Best of 2009 List“ sicherten. 2010 folgte das Zweitlingswerk „Breaking Hearts“.

Da aber aller guten Dinge drei sind, ist nun Rah Rahs dritter Langspieler „The Poet’s Dead“ erschienen. Bei den wohlklingenden Texten der Kanadier kann dieser Titel vermutlich nur ironisch gemeint sein. Amerikanische Medien, die Rah Rah ja schon länger hören dürfen, hingegen meinen, dass die Lyrics des neuen Albums flach seien. Hierzulande fehlt uns natürlich der Vergleich zu den Vorgängern und daher haben wir nichts zu bemängeln.

Geprägt wird „The Poet’s Dead“ ohnehin von der überwältigenden Spielfreude und Musikalität – man beachte die umfangreiche Liste von Instrumenten, die die Bandmitglieder beherrschen – sowie den melodischen Wechselgesängen von Erin Passmore und Marshall Burns, die von Anfang an die geistigen Eltern, Hauptsänger und -songwriter waren. Im Indie-Rock sind Frauenstimmen natürlich nicht mehr unbedingt eine Seltenheit, dennoch ist Erin Passmores glockenhell-zarter Gesang ein wunderschönes Pendant zu den harten Gitarrenriffs.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.