Leben für den Blues: Pete Alderton auf Tour


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Der britisch-amerikanische Musiker Pete Alderton singt schon länger nach Kerouacs Motto „On the Road“ vom Unterwegssein des Künstlers, oft in sehr persönlicher Weise, es geht aber auch um Armut und Menschen in schwierigen Situationen. Auf seiner neuen CD Roadside Preaching, Ende Mai dieses Jahres erst beim Label Ozella erschienen, stehen ihm als Gesangspartnerin Ella Raven, als Gitarrist und an der Mandoline Christof Rosikon und Thommy Heinecke mit Akkordeon und Mandoline zur Seite. Seinem Stil der früheren Arbeiten, unter anderem Living on Love (2006) und Cover My Blues (2009) ist Alderton treu geblieben, auch wenn die Stimmung je nach Thema und musikalischer Grundidee ständig variiert.

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Bluessänger Pete Alderton mit Thommy Heinecke (Agnieszka Mederer)

Am Samstag, 7.9., stand der nun in Paderborn lebende Künstler zusammen mit Thommy Heinecke im Erfurter „Moser“ – nach dem Bluesabend davor im „Weinstein Künstlertreff“ – auf der Bühne. Für die Stadt war es übrigens ein Debut – der Besuch des Musikers geht auf die erst kürzlich angenommene Empfehlung eines Freundes zurück. Nicht nur die Songs der aktuellen CD waren auf der Abendordnung, das Programm wurde noch weit in die Nacht hinein ausgedehnt, wobei Alderton selbst Gitarre spielte und auf der Mundharmonika zu hören war.

Die Erwartungen wurden mehr als erfüllt, denn wieder einmal zündete dieser entspannte Akustik-Blues, versehen mit Elementen aus R&B und Rock bei den Gästen: Ein Paar ließ sich von den Klängen zu einem gemeinsamen Tanzauftritt animieren. Und wiederum berührten das Auditorium die auf eigenem Erleben oder Mitempfinden beruhenden Themen Liebe („Kiss My Blues Away“), Heimweh („Homesick“) und sogar der Krieg („Lament of the War“).

Was ist Pete Aldertons spezielle „Note“, von den selbst benannten Einflüssen aus den Blues-Hometowns Mississippi und New Orleans abgesehen? Einmal sicher der Kontrast zwischen seinem angenehmen, verbindlichen Auftreten und der rauen Stimme, die er tief in den Basskeller hinunterschrauben kann, letztere ein Markenzeichen, das ihn mit den berühmten schwarzen Sängern der vorletzten Generation verbindet.

Auch die soziale Thematik ist neben der Liebe Motor der in aller Regel selbst geschriebenen Songs, ein Stück auf Roadside Preaching ist von Leonard Cohen übernommen, aber in eigener Manier interpretiert. Als authentisch empfindet der Zuhörer den weitgehenden Verzicht auf elektronisch verstärkte Instrumente; die E-Gitarre dominiert klanglich nie die anderen Instrumente. Die Liedtexte sind überwiegend nachdenklicher, wenn nicht mahnender Natur und ergeben mit dem erdigen, „original“ wirkenden Blues-Groove eine sehr persönliche Mischung.

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.