Wahnsinnsstimmen, buntes Programm: The Ten Sopranos am 16.02.2013 in Leonberg

In der Presse wird bei den Ten Sopranos die Vielfalt ihrer Musikstile als besonderes Merkmal herausgekehrt. Ob sie mich damit in ihren Bann ziehen können? Ich bin gespannt und fahre zum Konzert. Viel zu früh komme ich an der Leonberger Stadthalle an und treffe dort auch nur eine Handvoll Leute an. Ich setze mich in eine Ecke der einfach, aber freundlich gestalteten Stadthalle und beobachte ein wenig die Menschen um mich herum. Relativ schnell kommen zwei Männer in meine Nähe, um einen kleinen CD-Tisch aufzubauen. Ich komme mit ihnen ins Gespräch, das ich allerdings auf Englisch führen muss: es stellt sich heraus, dass die beiden die polnischen Busfahrer der Ladies sind, und gleichzeitig für den CD-Verkauf zuständig. „You are a critic?“ fragt mich einer der beiden mit Blick auf meinen Schreibblock.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Mein Nicken veranlasst ihn, in gespieltem Ernst aufzuspringen und sich stramm vor den CD-Tisch zu stellen: ich soll nichts an ihm zu meckern haben! Ich bemerke, wie witzig die Situation ist: ich unterhalte mich mit den polnischen Busfahrern der Ten Sopranos, die recht locker drauf sind, und kann sie ein wenig zu den Sängerinnen befragen. Ja, die Sopranos seien ganz normale Frauen, mit ganz normalen Problemen, und im Bus gehe es sehr lustig zu. Ich bewundere noch den Prosecco in Dosen mit dem Bild der zehn Frauen darauf (wer kauft so was?), und verabschiede mich dann schon in den Saal. „Gut Spaß!“ ruft mir einer der beiden noch zu.

The Ten Sopranos, Quelle: Katharina Töws

Für eine Stadthalle ist der Konzertsaal recht klein und wird bis zum Beginn des Konzertes doch nicht gefüllt: ich schätze, dass ungefähr 300 Leute da sind, ganze Reihen bleiben leer. Schade, denke ich, und verspüre ein wenig Mitleid mit den Künstlern. Niemand singt gerne vor leeren Stühlen. Das Publikum ist entsprechend der Situation eher zurückhaltend und abwartend.

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