Wahnsinnsstimmen, buntes Programm: The Ten Sopranos am 16.02.2013 in Leonberg

Nach den zwei ruhigen Stücken drehen die Sopranos noch mal auf und legen bei „High and Higher“ von Jackson, Smith und Miner zusätzlich zu ihren kraftvollen Stimmen eine flippige Choreographie hin. Insgesamt wirken die zehn Ladies sowieso sehr offen, natürlich und witzig, was sich auch in den Moderationen zeigt – fast alle von den zehn kommen mal dran und bringen das Publikum oft zum Schmunzeln. Bei dem 60er-Titel wippe ich übrigens zum ersten Mal mit und komme langsam in Stimmung, die sich aber beim Gospel „I’ll fly away“ gleich wieder ändern muss – umschalten auf andächtig. Kaum habe ich mich aber darauf eingestellt, muss ich wieder umschwenken zum beschwingten „Mr. Sandman“, a cappella und mit Fingerschnippen gesungen, gleich danach sorgt das „Ave Maria“ von Schubert wieder für ergriffene Stimmung.

Das Publikum geht wesentlich gelöster in die Pause als es am Anfang hereingekommen war: offensichtlich hat das Programm begeistert, und die Abwechslung von Stimmungen, Liedern und Stilen hat den Leuten gefallen. Mich hat der krasse Wechsel eher überfordert und ich empfand es zwischendurch fast schon als wildes Herumspringen zwischen den Musikrichtungen. Die Pause habe ich daher auch nötig und verspüre fast schon das Gefühl, genug zu haben. Trotzdem bleibe ich natürlich und bin gespannt, ob das Gefühl anhält.
Die Pause endet mit zehn Sopranos als Nonnen, und man ahnt schon, was jetzt kommt: ein Medley aus dem Sister Act-Musical mit den Titeln „Oh Maria“, „I will follow him“ und „Shout“. Dabei haben die Sängerinnen offensichtlich Spaß – das ist ansteckend! Bisweilen wirkt das Singen zwar ein wenig stressig, besonders „Shout“, aber das liegt wohl auch am Titel.

Die Kutten ziehen sich die „Nonnen“ als nette Show-Einlage gegenseitig aus, nur um darunter glänzende Kleider in rot zu offenbaren. Alles glitzert und strahlt: diese Frauen sind wirklich eine Augenweide. A cappella geht’s nun weiter mit einer Version des Vaterunser in Suaheli. Die Kunst des Singens ohne Begleitung beherrschen die Sopranos wirklich hervorragend: kein Absacken der Tonart, keine schiefen Töne stören den afrikanischen Gospel. An dieser Stelle kann ich für mich beschließen, dass mir die klassischen und eher ruhig-getragenen Stücke bei den Sopranos besser gefallen als die schnellen Pop-Songs. Diese passen eher zu ihrem Aussehen, ihrer Noblesse, ihren großartigen Stimmen. Ähnlich ergeht es mir bei der Choreographie, die mir bisweilen ein bisschen too much vorkommt. Mir scheint, als würden sie durch ihre Bewegungen und Tänze „noch einen draufsetzen“ wollen, dabei ist ihre stimmliche Leistung an sich doch schon genug!

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