Wahnsinnsstimmen, buntes Programm: The Ten Sopranos am 16.02.2013 in Leonberg

Etwa wie in der ersten Hälfte des Konzerts geht es mit der bunten Mischung weiter: A. Lloyd Webber, Herbert Grönemeyer, gefolgt von „You raise me up“. Abba darf natürlich auch nicht fehlen, und so haben wir am Ende des Konzerts gefühlt alle Stile einmal durch. Dem Publikum gefällt’s, und so wird lautstark und mit stampfenden Füßen nach einer Zugabe verlangt. Mit dem Schlaflied „Wenn ich schlafen geh“ verabschieden sich die 10 Sopranos dann endgültig von ihrem Publikum in Leonberg.

Mit einem Gefühl der Zerrissenheit fahre ich nach Hause: musikalisch hat mich das Ensemble auf jeden Fall begeistert, die Ausstrahlung und das Outfit waren perfekt und passend. Doch letztlich hat mir der rote Faden gefehlt. Was wollten sie mit ihrem Konzert aussagen, was war die Botschaft? Hin und her, her und hin ging es durch viele Stile und Musikrichtungen. Das kann man als Vielfalt bezeichnen und es ist durchaus eine Kunst, so viele Stile zu beherrschen, aber dann hätte ich persönlich eine andere Anordnung der Titel als angenehmer empfunden. In dem Fall hätte man als Zuhörer vielleicht das Gefühl gehabt, eine Geschichte erzählt zu bekommen, eine Entwicklung mitzumachen. So jedoch war es ein ständiges Springen zwischen Emotionen und Stimmungen. Mir kam der Gedanke, dass das vielleicht ein Grund sein könnte, warum so viele Plätze leer geblieben sind. Ein konkretes Zielpublikum ist nämlich nicht auszumachen: junge Leute gehen wahrscheinlich davon aus, dass die 10 Sopranos zu langweilig daherkommen, vielen Älteren ist die Show vielleicht nicht klassisch genug.

Schade eigentlich, denn singen tun „The Ten Sopranos“ wirklich richtig gut. Noch heute, zwei Tage nach dem Konzert habe ich die zehn Stimmen im Ohr: „Mr. Sandman, bring me a dream!“

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