Ry Cooder: Das erste Live-Album nach 35 Jahren

In seinem Leben hat Ry Cooder viel geleistet. Er hat Soundtracks für Filme wie Wim Wenders „Paris, Texas“ produziert, was ihm den größten Ruhm einbrachte. Rock-Größen wie Rolling Stones, Van Morrison oder Eric Clapton rekrutierten ihn als Gitarristen. Dann wieder entdeckte er in Kuba eine Riege von Musik-Rentnern, denen er als Buena Vista Social Club zu Weltruhm verhalf. Seine größte Leistung aber ist seine stilistische Bandbreite: Tex-Mex, Blues, Musik von Hawaii bis Indien, Calypso, Country und noch vieles mehr finden in seiner Musik auf aufregende Weise zusammen.

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Paris, Texas, San Francisco: Ry Cooder Foto: Vincent Valdez / Nonesuch

Paris, Texas, San Francisco: Ry Cooder
Foto: Vincent Valdez / Nonesuch

Nun hat Cooder nach 35 Jahren mal weder ein Live-Album eingespielt. Es funktioniert wie eine musikalische Visitenkarte des großen Vollwert-Musikers. Wer Cooder bislang nicht kannte, hört hier die Essenz seines Schaffens. Die liegt zum einen in seiner Vielseitigkeit, zum anderen in seinem einzigartigem Gitarrenspiel.

Als Sänger ist Cooder eher mäßig, deswegen sind in seiner Band, den Corridos Famosos, gleich drei SängerInnen tätig. Cooder-Laien werden dabei erstaunt feststellen, wie flüssig sich Blues-Soli, Akkordeon-Klänge oder die schmissigen Bläsersätze der zehnköpfigen, mexikanischen Brass Band La Banda Juvenil ergänzen.

Cooder-Fans hingegen sind diese Schmelztiegel-Klänge gewohnt. Aber auch sie werden feststellen, dass Cooders Gitarren-Riffs live am besten prickeln und die Musik einfach mehr Drive entwickelt. Das gilt für alte Klassiker wie „Boomer’s Story“ oder „Dark End Of The Street“ ebenso wie aktuelle Originale wie „Lord Tell Me Why“ oder „El Corrido de Jesse James“.

Übrigens: das Album erscheint auch als 280 Gramm schweres Doppel-Vinyl mit CD als Beigabe.

Ry Cooder & Corridos Famosos „Live In San Francisco“ (Nonesuch/Warner)

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.