The „Last Night of the Proms“ 2013

Eine besondere Musikereignis ist es schon, die „Last Night of the Proms“ in London, welche in diesem Jahr bereits zum 32. Mal aufgeführt wurde. Es ist die Abschlussveranstaltung einer Reihe von Promenadenkonzerten, die alljährlich in den Monaten Juli, August und September in der Royal Albert Halle stattfinden. Das Abschlußkonzert, die „Last Night“, ist dabei legendär und außerhalb der Insel weit bekannter als die Sommerkonzertreihe selbst.

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Das Interesse des Publikums an der „Last Night“ ist dermaßen groß und übersteigt die Kapazität der Royal Albert Hall bei weitem, so dass sich die Veranstalter 1996 veranlasst sahen,  das Ganze um die „Proms in the Park“ zu erweitern.

Das bedeutet das zeitgleiche Mitfeiern der „Last Night“ von ca. 40.000 Zuschauern im Londoner Hyde Park zu einem eigenen Live-Programm, zu dessen Höhepunkt dann die Albert Hall zugeschaltet wird. Traditionsgemäß wird hierbei dann in die Hymne „Rule, Britannia“ angestimmt.

Das von seiner Form her zweiteilige Konzert wurde am 7. September erstmals von einer weiblichen Dirigentin geleitet. Die Amerikanerin Marin Alsop, ehemalige Schülerin von Leonard Bernstein, leitete das BBC Symphony Orchestra souverän und gleichsam publikumsnah.Sie machte ein künstlerisch hochwertiges und bis ins Detail einfülsame Zusammenspiel zwischen den Solisten und dem Orchester möglich. Die aus den USA, Kansas stammende, weltberühmte Mezzosopranistin Joyce DiDonato und der Teufelsgeiger Nigel Kennedy waren die herausragenden Solisten der diesjährigen „Proms“.

Joyce DiDonato  verfügt über eine mit Leichtigkeit geführte, wunderbar timbrierte, voluminöse  Stimme,  beherrscht die Koloraturen perfekt und setzt ihre stimmlichen Mittel durchgehend im stilistischen Sinne der Arien eines G.F. Händel oder G. Rossini ein. Zudem ist sie eine gute Schauspielerin und erzielt eine dominierende Bühnenpräsenz.

Nigel Kennedy besticht durch seine geigerische Perfektion, die ihm die Möglichkeit gibt, die klangliche Schönheit seiner Violine hören zu lassen, andererseits aber spielerisch mit ihr umzugehen. In fast clownesker Manier gelang ihm das bei der Interpretation  des Csárdás von Monti.

Die Dirigentin Marin Alsop ließ das BBC Symphony Orchestra und den BBC Symphony Chorus bei Hubert Parrys Hymne „Jerusalem“ sowie Leonard Bernsteins Orchesterstück beeindruckend musizieren.Das Publikum reagierte enthusiastisch und forderte unter andauerndem Fahnenschwenken und akustischen Beifallsbekundungen mehrfache Zugaben.

Es war eine große „Last Night of the Proms“, die neben den Londoner Aufführungsstätten auch die open-air-Konzerte in Belfast, Nordirland, Glasgow, Schottland und Caerphilly, Wales einband.

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