Das Gewitter feiern: Best Available Technology

Kevin Palmer aus Portland, Oregon betritt ungeahntes Terrain des Schalls. Mit seinem Hardwarepark erzeugt er seine Sounds als One-Take, webt faszinierende und schimmernde Texturen aus Klang und Rauschen, verschränkt Noise und Reduktionismus zu einem dichten Teppich. Als Best Available Technology released er nun das Album Bangers & Ash auf dem Label Styles Upon Styles.

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Bangers & Ash, Quelle: Styles Upon Styles

Bangers & Ash, Quelle: Styles Upon Styles

Bangers & Ash ist konzeptionell aufgeteilt in eine untanzbaren A-Seite, sowie eine B-Seite für Deck & Dancefloor. Bulldozer Rituals ist genüßliches Downtempo mit Sirenen und komprimierten Dissonanzen, hin und wieder hört man deutlich einen tape start/stop effect. Der Track ist für einige Überraschungen gut; Plötzlich setzt BAT aus, wirft alles durcheinander, lässt die Ursuppe kurz köcheln, fängt sich wieder und restrukturiert das Gebilde von neuem, dreht die BPM-Zahl runter, den Attack hoch, zerlegt die Instrumente bis zur Unhörbarkeit und fügt alles wieder zusammen.

Auf Vulgar Geometry findet sich wieder grobkörniger Noise, ein kurzes zerstörtes Drumpattern versucht eine Basis zu konstruieren, geht aber im Kratzen & Krach unter. Venom, Pheromone, and Phosphorus stolpert in in resonierende Gewitter, sucht ebenfalls nach Struktur, taumelt in einem komplex-unmöglichen Raum von Kante zu Kante.

Contrecoup, lässt zu Beginn etwas Atmo aufblitzen, knüpft mit den Sounds einer Machinenhalle und den crackle noises an den experimentellen Stil an. Doch völlig unerwartet erscheint hier plötzlich 4/4, nur ein sich wiederholender Ton und ein abfallender Subbass erregen Aufmerksamkeit in der ungewohnten Klarheit. Langsam werden mehr Details generiert, deplatzierte fill-ins und mehr Drone.

Tide Tunnels kommt zunächst überraschend eindeutig im Genre an. Ein dubtechnoider Raum wird umrissen, voller Wärme und Einfachheit. Doch auch hier lassen die verkratzten fill-ins nicht lange auf sich warten. Alles in allem ist Tide Tunnels der klarste Track des Albums.

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.