Frank Turner gestern live in Hannover

Um kurz vor Neun steht Frank Turner das erste Mal auf der Bühne. Er spielt ein kurzes Mundharmonika-Solo bei der Punk’n’Roll-Vorband Lucero aus Memphis. Und verschwindet so schnell wie er gekommen war. Eine Stunde später dann die Erlösung.

Frank Turner und seine Band The Sleeping Souls entern die Bühne des Capitols Hannover und sind – um im Fußballreporterjargon zu sprechen – von der ersten Sekunde in der Offensive. Das Publikum auch. Textsicher singt es sich durch fast die komplette Setliste des englischen Singer/Songwriters mit der charmanten Punk-Attitüde.

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Turner kann auch mal einen Chorus aussetzen. Er weiß, den Gesangs-Part übernehmen seine Fans bei Songs wie „Losing Days“ mit voller Inbrunst.

Hat einen besseren Backstage-Raum verdient: Frank Turner. Fotocredit: Tara Novak / Universal Music

Hat einen besseren Backstage-Raum verdient: Frank Turner. Fotocredit: Tara Novak / Universal Music

Anderthalb Stunden dauert das Konzert. Gefüllt zur einen Hälfte mit Songs aus seinem aktuellen Erfolgsalbum „Tape Deck Heart“, zur anderen mit nicht minder gefeierten Songs aus den vier Vorgängeralben. Die Intensität ist von Anfang an spürbar. Sie reißt auch bei den Balladen nicht ab. Keine Sekunde Langeweile.

Dabei ist Turners Aktionsradius merklich eingeschränkt. Er hat’s mit dem Rücken. Sein Arzt hätte ihm empfohlen, auf alle Live-Shows bis Weihnachten zu verzichten, sagt er. Hat er natürlich nicht gemacht. Stolz zeigt er seinen bandagierten Rücken. Doch Gitarre spielen kann er nicht. Er hat auf die Schnelle einen Aushilfsgitarristen verpflichtet.

Als dann endlich zum Ende hin der große Hit „Recovery“ ertönt, empfiehlt Turner seinen Fans zur Musik die Hampelmann-Gymnastikübung aufzuführen. Er selber kann nicht mitmachen, aber springt so gut es geht auf zwei Beinen. Gut geturnt, Turner.

Frank Turner ist noch bis zum 20.9. auf Deutschland-Tour. Für einige Shows gibt es noch Restkarten. Näher Infos auf der Veranstalterseite: fkpscorpio.com

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Über Bernd Schwope

Journalist, DJ und leidenschaftlicher Plattensammler, wohnt und arbeitet in Langenhagen bei Hannover. Seine Vorliebe gilt schwarzer Musik von Soul/Funk über Jazz bis zu Chicago House. Motto: Es gibt nur gute oder schlechte Musik.