Neues aus Berlin: Craft/Seelow

Auf dem neuen Label The Final Experiment, das dem Hardwax-Berlin-Umfeld zugerechnet werden kann, erscheint eine EP von Craft und Seelow. Hinter den beiden Namen, so wird gemunkelt, steckt der Berliner René Pawlowitz, besser bekannt als Shed, den einige als Eigentümer von Soloaction Records, andere als feste Größe innerhalb des Berghain-Labels Ostgut Ton kennen.

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Seq Interrupt, Quelle: TFE

Seq Interrupt, Quelle: TFE

2008 wurde sein Debutalbum Shedding The Past auf Platz 2 des de:bug-Leserpolls „Bestes Album des Jahres“ verzeichnet. Auch das nachfolgende Album wurde zu einem der Lieblinge der de:bug-Leserschar: Platz 5 der selben Kategorie.

Seq Interrupt beginnt rhythm only, fast keine Klänge, nur geradlinige Beats. Hier gibt es keine Missverständnisse, nur eine straight forward Kickdrum und shakende Claps. Ab der zweiten Minute kommt ein Stringsynth zum Einsatz, der etwas Fläche in das Minimal-Geklickere bringt und sich monoton durch den Track weiterschlängelt. Ein paar Cymbals, und ebenso schnell verschwinden die Streicher auch wieder. Nummer 2 ist wesentlich gedämpfter, mit gleitenden Höhenshifts und sehr präzise Taktstockeinlagen, ein entzerrender Synthesizer schärft die Kanten des Tracks.

So ganz kann ich den Hype um Shed nicht verstehen. Zwar sind die Sachen, die er macht, nicht unbedingt schlecht, aber eine echte Innovation ist die Platte auch nicht. Man muss wohl einen kleinen berghain bias hinzurechnen, der hier und dort den Blick der Massen trübt.

Seq Interrupt ist am 3. September auf TFE erschienen

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.