Die dunkle Seite: Ecliptic Plane

Ich stehe ziemlich auf dark techno, spätestens seit ich mich auf den void-Parties in Frankfurt hab blicken lassen. P.God mit seiner Ecliptic Plane EP, die auf Komisch Records mit der Katalognummer 16 erschienen ist, kommt mir da gerade recht. Drone war immer schon düster, aber dem ganzen noch eine Note dark ambient und surrealen Horror unterzumischen, hat etwas für sich.

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Ecliptic Plane EP, Quelle: Komisch Records

Ecliptic Plane EP, Quelle: Komisch Records

Männer in Anzügen, die Wespenköpfe tragen, passen dabei natürlich so gut wie der sprichwörtliche Hummer auf die Telefongabel. Surrealismus ist immer auch Verschiebung, Re-Engineering, Zusammenstückelung und Verdichtung. Diese alptraumhafte Neuordnung braucht man, um die tiefen düsteren Schatten unserer zivilisierten Seele an die Oberfläche zu assoziieren.

Schon der erste Track begibt sich in einen flackernden nächtlichen Hall, die Drumschicht steigert vorsichtig die Spannung, man hetzt uns durch nächtliche verlassene U-Bahn-Ebenen, die räumlich in sich zusammenbrechen.

Ecliptic hat einen leichten Acid-Einschlag, konstruiert weite Flächen durch den Einsatz von Streichern und Pads, die sphärisch vor sich hin wabern. Hin und wieder werden wärmere Klänge untergemischt, die den zwielichtigen Grundzustand hinreichend kontrastieren.

Der letzte Auszug überzeugt mit einer in den Hall herausgezogenen Kickdrum auf jeder Eins. Eine HiHat-Formation, die in einem anderen Kontext wohl uplifting gewirkt hätte, schneidet uns den Weg ab, drängt uns in einen sich verengenden Tunnel. Langsam entgleitet das detailreiche Konstrukt bis es sich in etwas planares verwandelt. Ich werde wohl gut schlafen heute Nacht.

Ecliptic Plane EP ist kürzlich auf Komisch Records erschienen

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.