The World’s End – Kneipentour und Aliens

Mit The World’s End lief nun der letzte Teil, der von Simon Pegg und Edgar Wright geschriebenen und von Wright inszenierten Blood-and-Ice-Cream-Trilogie oder auch Three Flavours Cornetto Trilogie, in den deutschen Kinos an.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Gary King (Simon Pegg), Quelle: Universal Puctures

Gary King (Simon Pegg), Quelle: Universal Pictures

Shaun of Dead, „eine romantische Komödie. Mit Zombies“, wie es in der Tagline hieß, ging liebevoll und kenntnisreich mit den Genrevorbildern um, allen voran  mit den Filmen von George A. Romero, auf dessen Dawn of the Dead bereits der Titel anspielte. Das Darstellerduo Simon Pegg und Nick Frost brachte 2004 frischen Wind in die Kinolandschaft.

Auch die zweite Genreparodie Hot Fuzz, die sich diesmal das Actiongenre vornahm, war ein komödiantisches Feuerwerk. Ganz in der Manier eines Bruckheimer Films mischten Pegg und Frost als einfache Polizisten ein Dorf in der englischen Provinz auf. Entsprechend hoch waren die Erwartungen nun an den dritten Film.

Pub-Crawl, Quelle: Universal Pictures

Pub-Crawl, Quelle: Universal Pictures

Pegg spielt in The World’s End  den Loser  Gary King, der noch einmal seine Jugendfreunde Oliver, Andrew, Peter und Steven zusammentrommelt, um einen Pub-Crawl, an dem sie vor 20 Jahren scheiterten, nun endlich zu bewältigen. Es gilt die „Goldene Meile“ zu bezwingen. Das sind 12 Pubs. In jeder Kneipe muss ein Bier getrunken werden. Die letzte Station auf dieser Tour ist das titelgebende World’s End. Die vier Freunde, alle mittlerweile etabliert und in der bürgerlichen Mitte angekommen, lassen sich nur widerwillig auf das Vorhaben ein. Nach ein paar Pubs  kommt es zu einem Zwischenfall auf der Herrentoilette und die Freunde müssen feststellen, dass ihre einstige Heimatstadt mittlerweile von Aliens übernommen wurde, und dass die Bewohner durch Roboter ersetzt wurden. Um sich dieses Wissen nicht anmerken zu lassen, beschließen die Fünf, die schon mehrmals herausposaunte Kneipentour fortzusetzen…

Ernüchterung?, Quelle: Universal Pictures

Ernüchterung? Quelle: Universal Pictures

Es ist unschwer zu erkennen, dass sich das Trio Wright, Pegg und Frost diesmal das kleine Horror-Subgenre der Body-Snatcher Filme zur Brust genommen hat (Invasion of the Body Snatchers, The Stepford Wives) Wie in den Originalen geht es auch in World’s End um die Gleichschaltung der Gesellschaft und den Kampf des Individuums  dagegen. Zu diesem Thema liefert der Film zu Anfang ein paar schöne Ideen, etwa wenn die Freunde feststellen müssen, dass von den ersten beiden Pubs auf ihrer Tour nicht mehr als die Namen übriggeblieben sind und sie mittlerweile durch Systemgastronomie ersetzt wurden und sich wie ein Ei dem anderen gleichen.

Es gibt Szenen voller Dialogwitz, eine Reihe netter Filmzitate und natürlich hat auch das Cornetto Eis seinen Cameo Auftritt. Ferner gibt es Anspielungen auf die anderen Filme der Trilogie, wie etwa das wiederkehrende Zaunthema.

Das alles ist nett, aber mehr auch nicht. Irgendwann stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Man ist froh wenn Gary, sein elftes Kreuzchen auf dem Pub-Stadtplan macht, weil man weiß dass jetzt nicht mehr viel kommen kann. So richtig will der Film einfach nicht zünden. Zwar macht es wie immer Spaß, das Duo Pegg/Frost zu erleben, aber im Vergleich zu den beiden Vorgängern fällt The World’s End weit zurück.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.