Willkommen zu Hause Maestro Verdi!

Die Entstehungsgeschichte von Verdis Messa da Requiem ist hinlänglich bekannt. Ihre Keimzelle ist das „Libera me“, Giuseppe Verdis Beitrag zu jener Totenmesse, die als Gemeinschaftsproduktion der besten italienischen Komponisten jener Zeit, anlässlich des ersten Todestages von Gioacchino Rossini aufgeführt werden sollte. Letztlich fand die geplante Aufführung nicht statt, doch war der Tod eines weiteren italienischen Nationalhelden, des Schriftstellers Alessandro Manzoni, für Verdi Grund genug sich jetzt mit dem gesamten Text der Missa pro defunctis auseinander zusetzen und seine berühmteste Komposition im Bereich der Kirchenmusik zu schaffen.

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Cover (c) Universal Music

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Noch berühmter als die Entstehungsgeschichte des Requiems ist vielleicht Hans von Bülows vernichtendes Urteil über das Werk: nicht ohne Hintergedanke bezeichnete der Dirigent und Wagner-Freund, Verdis Komposition als „Oper im Kirchengewande“. Bülows Ausspruch trat eine Debatte los, die bis heute noch andauert und an Brisanz verliert, wenn man den opernhaften Stil als Faszinosum und Charakteristikum der damaligen und späteren liturgischen Musik italienischer Opernkomponisten ansieht.

Zur Entschärfung einer nicht wirklich zielführenden Diskussion über die Natur von Verdis Requiem wird sicher auch dieser Livemitschnitt des Werkes von der Mailänder Scala, der jetzt beim Label Decca erschienen ist, beitragen. Der künstlerische Leiter des Hauses versammelt mit Anja Harteros (Sopran), Elīna Garanča (Mezzosopran), Jonas Kaufmann (Tenor) und René Pape (Bass) vier der größten Stimmen unserer Zeit. Der Chor der Mailänder Scala hat Verdis Meisterwerk wirklich in seiner DNA. Vergessen wir nicht, dass die zweite Aufführung des Werkes überhaupt unter der Leitung des Komponisten tatsächlich an der Scala stattfand. Verdi kehrt so gewissermaßen zurück nach Hause und der große Künstler Daniel Barenboim an der Spitze bereiten dem Meister, ohne übertriebenen Pathos, einen mehr als würdigen Empfang.

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