Kassel: Die sagenhafte Welt der Mangas

Die Wunder der Fantasie erleben – genau dazu eignet sich die Conichi-Messe in Kassel seit 2003. Dort erwachte am Wochenende die Welt der Elfen, Orks und Jedi-Krieger und mehr als 24.000 überwiegend junge Menschen tummelten sich in einem bunten Gewühl zahlloser Comic-Helden. Die meisten entsprangen den japanischen Mangas (japanischer Comics) und Anime (Zeichentrickfilme). Mangas zeichnen sich vor allem durch riesige, kugelrunde Augen der Figuren aus. Was ist so faszinierend an diesen Comicfiguren, die seit zehn Jahren jährlich einmal die Kasseler Stadthalle bevölkern?

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Julia ist Prinzessin Tomoyo. Foto: Sarah Zimmermann

Julia ist Prinzessin Tomoyo. Foto: Sarah Zimmermann

„Die Lust an der eigenen Kreativität“ erklärt Julia Möller. Die 25-jährige ist aus Schleswig-Holstein zusammen mit ihrer Schwester angereist. Die beiden mimen Prinzessin Tomoyo und Hexe Yuuko aus der Manga-Serie Tsubasa Reservoir Chronicles. Das Kostüm ist selber genäht fast ein ganzes Jahr hat sie daran gesessen. Für die Perücke hat sie drei Perücken zusammengesteckt – die Haarpracht ist beeindruckend.

Es mache süchtig, sagt sie: Der Anspruch an das perfekte Kostüm. Fängt man einmal damit an, will man stets mehr. Die Perfektion scheint ihr gelungen. Stolz setzt sie sich in Szene, sortiert sorgfältig die zahllosen Schichten Stoff um sich herum. Dann blickt sie mit leuchtenden lila Pupillen in die Runde und lächelt liebreizend – ganz so, wie es sich für Tomoyo ziemt.

Die Manga-Fans kommen von überall her bundesweit – sowieso, einige sind auch aus Österreich oder der Schweiz, aus Frankreich und aus Japan angereist.
Die Stimmung ist freundlich, gelöst –viel good will untereinander. Schaulaufen gehört dazu – natürlich will man Anerkennung haben für die Mühe und den eigenen Anspruch an die Kreativität. Die wird auch im Rahmen der Wettbewerbe ausgesprochen – bewertet werden Kostüme und Bühnen-Inszenierung.

Kristian als Darth Revan. Foto: Sarah Zimmermann

Kristian als Darth Revan. Foto: Sarah Zimmermann

Kristian Dimitrov kommt aus Stuttgart und hat schon an einigen Wettbewerben teilgenommen. Er zählt seit 2009 zu den Conichi-Messe-Fans. Seine Figur ist Darth Revan aus Star Wars. „Revan wird heute als Legende verehrt… als großer Held des Jedi-Ordens. Aber das war erst nach seiner Erlösung,“ erklärt der 25jährige seine Hingabe an die Figur. Wer das als Nicht-Star-Wars-Fan trotz seiner leidenschaftlichen Erklärung nicht versteht, muss googeln. Macht nichts – das Kostüm ist perfekt. Auch Kristian hat alles selber gemacht und ein halbes Jahr dafür gebraucht. Alles aus echtem, hochwertigem Leder, sauber verarbeitet. Die Maske ist aus Fieberglas. Er freut sich, dabei zu sein und Leute zu treffen.

Das wollen die meisten an diesen drei Tagen. Nebenbei gibt es zahlreiche Workshops, zum Beispiel Manga-Zeichnen oder Cosplay- Perücken- Spezialtechniken. Auch an der Einführung in die japanische Kochkunst kann man an diesem Wochenende teilnehmen. Und natürlich Konzerte, Modenschauen, Vorträge und Wettbewerbe. Das Programm ist so vielfältig wie die Teilnehmer – und deren Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

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