Vom Ondes Martenot zum Synthesizer – Eine Kulturgeschichte elektronischer Musikinstrumente (Teil 1)

Die Anfänge elektronischer Musik können zum einen als Teil der Erfindung der Elektrizität und der Entwicklung von Rundfunktechniken gesehen werden. Zum anderen jedoch muss betont werden, dass das Verlangen nach neuen musikalischen Ausdrucksformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen schwerwiegenden Anteil an der Konstruktion vorerst noch elektromechanischer und später rein elektronischer Musikinstrumente hatte. Der französische Musiker und Funker Maurice Martenot stellte in meinen Augen das erste Instrument her, welches mit dem in den 50er Jahren entwickelten Synthesizer in Bezug auf Klangerzeugung und Aufbau vergleichbar wäre.

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Die 7. Generation des Onde Martenot aus dem Jahr 1975 (Quelle: Wikipedia)

Die 7. Generation des Ondes Martenot aus dem Jahr 1975 (Quelle: Wikipedia)

Das Ondes Martenot war demzufolge ein revolutionärer Schwingungs-erzeuger, der auf zwei Weisen bespielbar ist: Einerseits steuert ein Fingerring einen der beiden Oszillatoren, wodurch Signale entsprechend der gewählten Tonhöhe entstehen. Andererseits erzeugt das „schwimmend“ gelagerte Manual einen Vibrato-Effekt über 7 Oktaven.
Musiker wie Jonny Greenwood von Radiohead simulieren den Sound des Ondes Martenot, um sphärisch-zitternde Klänge wie im Song Treefingers auf dem Album Kid A zu kreieren.

Da es noch keine Effektgeräte gab, gestaltete Martenot geeignete Lautsprecher für Hall- und Resonanzeffekte. Zudem dienen eine Oszillatorschaltung und ein Taster der Variation des Ausgangssignals. Eine neue Form des Zusammenspiels von Technik und Musik, von Ingenieur und Komponist zeichnete sich damit ab und führte zur Transformation der Musikindustrie Mitte des 20. Jahrhunderts…

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Über David Richter

Studium der Kulturwissenschaften und Geographie an der FSU Jena; tätig als: Kulturmanager, Autor und Bassist; Musikalische Vorlieben in den Bereichen Surf, Punk, Stoner-Rock, Ambient, Garage, Post Rock, Old School