La muette de Portici: ein revolutionsauslösender Hit der Oper des 19. Jahrhunderts

Es gibt Werke der Operngeschichte von denen aufgrund ihrer Entstehungs- und Uraufführungsbedingungen sowie ihrer besonderen Bedeutung ein jeder spricht, aber wenn es darum geht diese Oper im klingenden Gewande gehört zu haben, so müssen selbst gestandene Experten passen. Die nun beim Label cpo in einer Aufnahme aus dem Anhaltischen Theater Dessau erschienene Oper La muette de Portici (Die Stumme von Portici) von Daniel-François-Esprit Auber gehört in jene Kategorie.

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Cover (c) cpo

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Auch wenn wie andere Werke der Gattung der Grand opéra lange von den Spielplänen verschwunden, so darf Aubers Stumme von Portici aus dem Jahre 1828 für die Entwicklung der Operngeschichte als nicht minder bedeutend eingestuft werden wie Giuseppe Verdis Rigeletto oder Richard Wagners Lohengrin. Dieser Aspekt findet zunächst einmal darin seine Begründung, dass diese Oper, noch vor den Werken Giacomo Meyerbeers, die erste der Gattung der Grand opéra darstellt. Darüber hinaus schrieb eine Aufführung dieser Oper im Jahre 1830 sogar politische Geschichte, indem sie zum Mitauslöser der belgischen Revolution wurde.

Einmal diese Aspekte beseite gelassen, ist der großer Erfolg der Muette de Portici sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass es sich um ein stimmungsvolles, wiewohl auch zupackendes Werk mit viel Esprit handelt. Aber auch die Gründe warum diese Oper lange von den Spielplänen verschwunden ist, liegen nahe bei der Hand. Die Hauptfigur der zugegeben etwas skurrilen Handlung um einen Fischeraufstand des Jahres 1647 im Nahe bei Neapel gelegenen Örtchen Portici ist nämlich eine Stumme. Eine, wie man sich vorstellen kann, nur schwer tragbare Situation für eine Oper, da sich diese arme Zeitgenossin nur tanzend und in einer entsprechenden Gestensprache ausdrücken kann.

Gerade hier enttäuscht die vorliegende Aufnahme, die sich offiziell als die erst zweite Gesamtaufnahme des Werkes bezeichnen kann, etwas. Wie auch bei der EMI-Studio-Produktion aus dem Jahre 1983 mit June Anderson und Alfredo Krauss fehlen nicht nur viele der in der Paritur vorgeschriebenen Wiederholungen, sondern auch fast die gesamte Ballettmusik. Aber gerade aus diesem Grund muss sich diese Aufnahme, ein Mitschnitt des Deutschlandradio Kultur, nicht vor der Konkurrenz verstecken. Die vier Gesangshauptrollen, wie auch alle Nebenrollen sind passend besetzt.
Was dabei auffällt, ist der Umstand, dass die Sopranistin Angelina Ruzzaforte und der Tenor Diego Torre etwas zu sehr zu klingen versuchen, wie ihre offensichtlichen Vorbilder der Aufnahme von 1983.

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