Review zur aktuellen Episode

Breaking Bad – S05E15 – Granite State

Endrunde für die (derzeit) wohl beste TV-Serie des (Serien-)Universums: One more to go und Walter White wird sich von Heisenberg verabschieden. Auf die eine oder andere Weise muss sich der Plot um den Meth-kochenden Chemielehrer einfach wunderschön ins Ende schrauben, denn in Breaking Bad nehmen die Autoren ihr Universum ernst. Darauf ist Verlass. Peter Gould liefert nun mit Granite State den vorläufgen Höhepunkt des Spektakels ab, indem er Vince Giligans Antihelden in ein völlig neues Setting schickt.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

"Andrea!" Quelle: Ursula Coyote/AMC

„ANDREA!“; Quelle: Ursula Coyote/AMC

Der Mann mit dem Hut und der inzwischen rabenschwarzen Weste taucht für 10.000 Dollar in einer Schneelandschaft unter. Alles weiß hier, nur eben Walter nicht, während das gute Herz Jessie Pinkmans als fast ausgebrannte Lichtquelle im Kerker der Nazis vor sich hinvegetiert. Ein zündender Gedanke allerdings bringt ihn aus der stählernen Bodenzelle, wobei die aufkeimende Hoffnung ziemlich schnell erstickt wird. Die Strafe für den hochspannende Flucht des ohnehin schon zerstörten Pinkman kommt in ihrer kühlkalkulierten Beiläufigkeit wie ein vernichtender Paukenschlag. Der übertönt auch das gesammelte Orchester, denn als Todd Andrea eine Kugel in den Hinterkopf schießt, schließt sich ein ganz, ganz übler Kreis: Ohne das Expresserfoto, mit dem Jacks Familie die Nutzbarkeit des Jungen kontrolliert, wäre Jessie nie in die Hände der Büroklammer gelangt, die ihm die Hanschellen aufschloss und vermeintliche Rettung versprach. Andererseits wusste er um die Konsequenzen.

An diesem Punkt spielen auch Kameras wieder eine wichtige Rolle.

"IT'S OVER!" Quelle: Ursula Coyote/AMC

„IT’S OVER!“; Quelle: Ursula Coyote/AMC

Es ist die Überwachungskamera im Nazicamp, die Jessies Ausbruchversuch verrät, es ist sein eigenes Videogeständnis, mit dem er sich selbst verrät. Todd rettet ihn vor Jack nun zum zweiten und vielleicht dritten Mal, weil er den Kontakt zu Lydia aufrechterhalten möchte. Eine gestörte, einseitige Liebesgeschichte, die hier kurz vor Schluss noch für den Psychopathen ausgebaut wird, um zu rechtfertigen, dass die Terrorfamilie Jessie nicht vor Ablauf seiner Zeit um die Ecke bringt. Todds Motivation ist so nötig wie logisch, denn natürlich muss es der kopflose Jessie bis in die 16. Episode schaffen. Und das tut er: Diesen Sonntag sehen wir ihn wieder, nur um uns dann für immer von ihm zu verabschieden. So oder so.

Es könnte Granite State für Saul Goodman (Bob Odenkirk) der letzte Auftritt gewesen sein. Der Ausstieg ist elegant und episch gelöst: Walter verliert jegliches Druckmittel gegen den Winkeladvokaten, sogar das seiner Stimme. It’s over, antwortet Saul, denn der Lungenkrebs nimmt dem Answerman die Worte aus dem Mund. Walter taucht daraufhin unter, nimmt Kontakt zu seinem Sohn auf und erkennt, dass er tatsächlich alles verloren hat. Er ruft die Polizei an. 

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.